Natürliche, giftfreie Kinder-Körperpflege: Sonnenschutz, Zahnpasta & Co

Meist verwenden wir sie, weil man es halt so macht. Nur: was ist eigentlich wirklich drin in Kinder-Pflegeprodukten? Wenn ich lese, dass in Zahnpasta Stoffe aus der Autopflege enthalten sind, werde ich skeptisch… Ich zeige dir, wie wir das machen mit Sonnenschutz, Zahnpasta & Shampoo.

Unser Badezimmerschrank ist ziemlich leer. Auch sonst stehen in unserem Bad kaum Körperpflegeprodukte herum. Hier eine Haarseife, dort die Rasierseife von Christian. Kinderpflege-Produkte gibt es gar keine. Deo? Ach ja – da steht noch eins. Brauchen wir aber kaum noch, seit dem wir unsere Ernährung umgestellt haben (und wenn wir doch mal eines brauchen, nehmen wir mittlerweile ein selber gemachtes Deo).

Und mein heiß geliebter Lippenpflegestift, den ich täglich morgens und abends benutzt habe? Der steht einsam und verlassen in einem Regalbrett. Verwenden würde ich ihn nicht mehr – er ist schon zu alt. Es wird Zeit, ihn wegzuwerfen: ich brauche ihn nicht mehr.

Und so erging es uns mit so vielen Pflegeprodukten: nach und nach verbannen wir immer mehr davon. Wir brauchen sie nicht mehr oder wir suchen uns eine natürliche Alternative.

Der schleichende Tod aus dem Badezimmer?

Und ich bin froh, dass wir auf so viele verzichten, vor allem nach dem ich das Buch von Marion Schimmelpfennig „Giftcocktail Körperpflege – der schleichende Tod aus dem Badezimmer“ gelesen habe. Ein Interview mit ihr und mir kannst du hier anschauen.

Wenn ich einen Blick auf die Inhaltsstoffe auf Körperpflegeprodukten werfe, dann verstehe ich eigentlich nur Bahnhof. Und ich denke den meisten wird es ähnlich ergehen. Und obwohl wir nicht wissen, was da drin ist, verwenden wir sie tagtäglich. Verrückt, oder?

Ich möchte dir heute zeigen, wie wir uns mittlerweile (fast) ganz gesund, natürlich und umweltfreundlich gegen Sonne schützen, Zähne putzen und Haare waschen.

Gebt dem Vitamin D eine Chance!

Sobald im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen herauskommen, sieht man viele Eltern täglich ihre Kinder mit Sonnenschutzmittel eincremen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass manche Eltern richtig panische Angst vor der Sonne haben. Na klar, keiner will Sonnenbrand und über die Gefahr davon muss man sicher nicht diskutieren. Die kennt jeder. Aber muss man wirklich so panische Angst haben, dass manche Kinder gar nicht in die Sonne dürfen oder nur Hände und Gesicht nicht bedeckt sind? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich als Kind ständig eingecremt wurde. Ich frage mich, woher diese Panikmache kommt.

Ich habe da eher Bedenken bei den Sonnenschutzmitteln. Nachdem ich weiß, was da so drin ist, denke ich oft: was ist gefährlicher – ein oder zwei kleine Sonnenbrände im Jahr oder zig mal im Jahr eine Dosis Gift für die Haut…?

Die Sonne ist doch auch wichtig für uns, denn nur durch sie kann unser Körper Vitamin D produzieren. Und Vitamin D ist so wichtig für uns! Lebensnotwendig.
Ein Vitamin D-Mangel erhöht das Krankheitsrisiko erheblich. Im Gespräch sind dabei u.a. folgende Krankheiten: Krebs, Grippe, Erkältungen, Osteoporose, Herzinfarkt, Diabetes. Manche (auch wir) nehmen deshalb sogar Vitamin D-Präparate im Winter, damit kein Vitamin D -Mangel entsteht.

Und wenn wir unsere Kindern nun den ganzen Sommer über eincremen und einpacken, dann können sie kaum Vitamin D tanken.

Wir versuchen schon sehr früh im Frühjahr bei den ersten Sonnenstrahlen raus zu gehen (natürlich gehen wir auch im Winter raus ;-)) und wenn es die Temperatur zulässt, auch schon im T-Shirt. So kann sich die Haut an die Sonne gewöhnen, sie wird braun und unempfindlicher. Im Hochsommer können wir deshalb dann auch auf Sonnenschutzmittel verzichten. Aber natürlich achte auch ich darauf, nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne zu sein und locke deshalb die Kinder auch immer mal wieder in den Schatten.

Zahnpasta – Auto-Reinigungsmittel im Kindermund.

Wir  hinterfragen ja so manches. Und in einem Urlaub habe ich mir ein Video über Zahnpasten angeschaut mit dem Ergebnis, dass unsere Zahnpastatuben sofort im Müll landeten und wir uns schon am nächsten Morgen nur noch mit Wasser unsere Zähne geputzt haben. In der Kinderzahnpasta war ein bedenklicher Stoff enthalten, das sog. Sodium Lauryl Sulfate (SLS), der für mich der Hauptgrund war, diese Zahnpasta nicht mehr zu verwenden (und wir hatten eine Zahnpasta, die bei Ökotest mit „sehr gut“ abgeschnitten hatte!). SLS ist ein scharfes Reinigungsmittel, das z.B. auch in Autoreinigern verwendet wird und es führt zu Reizungen der Haut und Mundschleimhaut. Zudem weisen einige Studien daraufhin, dass es sich in Herz, Leber, Lunge und Gehirn ablagert und dort zu Langzeitschäden kommen kann. Mmh, nein Danke. Darauf kann ich verzichten.

Und das ist nur einer der bedenklichen Inhaltsstoffe, die in Zahnpasten enthalten sein können. Auch Fluorid und andere können die Gesundheit beeinträchtigen.

Mittlerweile mache ich uns Erwachsenen ein Zahnpulver aus Eichenrinde, Xylit, Natron, Ingwer, Pfefferminz und den Kindern putze ich nur mit Xylit die Zähne. Einmal pro Woche verwenden wir zusätzlich noch Heilerde, die ich bei den Kindern als „Lacherde“ eingeführt habe, aus Angst, sie könnten das braune Pulver vehement ablehnen. Aber eine Lacherde, nein, die muss man ja probieren 😉
Wir wenden Heilerde nur 1-2 mal die Woche an, weil ich das Gefühl habe, dass die Zähne sonst zu sehr „geschliffen“ werden.

Das machen wir jetzt schon seit fast einem Jahr und unsere Zähne sind nicht schwarz, wir haben keine Löcher und uns ist auch noch kein Zahn ausgefallen 😉 Zusätzlich sparen wir noch eine Menge Geld und Verpackungsmüll.

Sauber & fettfreie Kinderhaare ohne Shampoo

Schon sehr früh begannen Christian und ich unsere Haare nicht mehr mit normalen Shampoo zu waschen. Warum? Weil diese Plastik-Shampoo-Flaschen sooo viel Verpackungsmüll verursachen. Dafür wollten wir nicht mehr verantwortlich sein und haben uns nach Alternativen umgeschaut.

Jetzt werden unsere Haare mit einer Haarseife sauber. Das klappt wunderbar. Doch wie sieht es mit den Inhaltsstoffen aus? Während ich den Artikel hier so schreibe, schau ich mir sie an: Sodium Hydroxide ist enthalten. Schnell in Frau Schimmelpfennigs Buch nachgeschaut: „Aggressiver pH-Wert-Regler, der die Haus austrocknet„. Uff – schlag ins Gesicht. Na, da muss ich mir was anderes einfallen lassen. Schon lange will ich mal das Shampoo aus Roggenmehl ausprobieren. Ich glaube jetzt ist es soweit 😉

Unseren Kindern wasche ich die Haare übrigens nur mit Wasser. Und das seit Geburt. Klappt. Sie sind nicht fettig oder strähnig. Wahrscheinlich können sich die Haare und die Kopfhaut noch selbst regulieren und haben es durch den Einsatz von Shampoos eben noch nicht „verlernt“.

Diese Selbstregulation hätte ich gerne auch wieder – bislang konnte ich es schaffen, dass ich meine Haare nur noch alle 3 Tage waschen muss (früher alle 2 Tage). Einen größeren Abstand habe ich noch nicht geschafft. Wahrscheinlich könnte ich meine Haare einen „Entzug“ machen lassen – einfach 2 Wochen mal gar keine Haare waschen. Vielleicht mal im Winter, wenn ich draußen mit Mütze rumlaufen kann 😉

Letzte Aktualisierung am 19.10.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Wenn Du mehr wissen möchtest…

Dann empfehle ich Dir die Lektüre des schon mehrfach erwähnten Buchs Giftcocktail Körperpflege: Der schleichende Tod aus dem Badezimmer.

Und unser Interview mit Marion Schimmelpfennig (der Autorin dieses Buchs), das wir für unseren Kinder-Gesundheitskongress geführt haben. Frau Schimmelpfennig informiert hier ganz genau – speziell für Kinder – über die gefährlichen Inhaltsstoffe. Und gibt auch Tipps für gesündere Alternativprodukte, falls Du es weniger „natürlich“ machen möchtest wie wir 😉 Wir haben übrigens noch ein weiteres Interview mit Frau Schimmelpfennig geführt – über bedenkliche Inhaltsstoffe in Mineralwasser, Leitungswasser, Säften, Limo etc.

Auch KIKIs Artikel über die Gefährlichkeit von Aluminium könnte für Dich interessant sein, Christians Artikel über Schadstoffe in Kochgeschirr und unser Interview mit Stefan Kutter, indem er darum geht, Schadstoffe in allen Lebensbereichen zu vermeiden & ggf. wieder auszuleiten.

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Du bist gefragt!

Und wie machst du das so? Wie putzt du deine Zähne? Verwendest du Sonnschutzmittel? Und was mich jetzt natürlich brennend interessiert: welche Alternativen gibt es für das Haare waschen?

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