Deo selber machen – in weniger als 1 Minute & mit nur 3 Zutaten

2015 habe ich das Buch „Giftcocktail Körperpflege“ von Marion Schimmelpfennig gelesen und anschließend meinen Badezimmerschrank aussortiert. Dabei ist auch das Deo von Christian und mir im Müll gelandet. Zuerst haben wir es ganz ohne Deo versucht – zu Hause und wenn es nicht gerade Hochsommer ist, ist das auch gar kein Problem. Lustig, wie vieles man doch aus reiner Gewohnheit macht, ohne es wirklich zu brauchen.

Doch wenn wir mal außer Haus sind und bei den hochsommerlichen Temperaturen, wollten wir auf ein Deo doch nicht verzichten. Ich hab mich dafür entschieden, das Deo selber zu machen. Das geht so unglaublich schnell, dass Du noch nicht mal den nächsten Abschnitt lesen könntest bevor das Deo fertig ist 😉

Bevor ich Dir unser Deo-Rezept verrate, vorab noch ein paar Hintergrundinfos zu konventionellen Deos, damit Du nachvollziehen kannst, warum wir auf gekaufte Deos lieber verzichten…

Warum sind viele gekauften Deos schlecht?

Aluminiumsalze

Sehr weit vorgedrungen ist die Information, dass man keine Deos mit Aluminiumsalzen verwenden soll. Sogar schon Frauenärzte raten ihren Brustkrebspatientinnen dringend auf Deos mit diesen Metallionen zu verzichten. Warum? Weil zahlreiche Studien einen Zusammenhang zwischen Aluminium und Brustkrebs nahelegen. Auch wenn der endgültige Beweis wissenschaftlich noch nicht erbracht ist, reicht mir die Studienlage aus, um auf Aluminium-Deos, die es immer noch gibt, zu verzichten.

Aluminiumsalze in Deos sorgen dafür, dass das Deo lange wirkt, sprich, es verhindert, dass man unter den Achseln schwitzt. Wie das genau funktioniert weiß man übrigens noch gar nicht, aber man vermutet, dass die Aluminium-Ionen mit Proteinen aus dem Schweiß schwer lösliche, anhaftende Niederschläge als Pfropfen bilden und diese Pfropfen verstopfen dann z.T. den Drüsengang. Prima – der Körper will schwitzen, darf es aber nicht. Das kann einfach nicht gesund sein….

Wer mehr über Aluminium und den damit verbundenen gesundheitlichen Gefahren lesen möchte, kann das in diesem Artikel von mir tun.

Konservierungs- und Desinfektionsmittel

Na klar – ein gekauftes Deo muss lange halten. Sowohl wenn es monatelang im Laden steht, als auch, wenn es dann beim Kunden in Benutzung ist. Deshalb sind in den gekauften Deos meist Konservierungsstoffe drin, schließlich will sich keiner irgendwelche krankmachenden Mikroorganismen unter die Achseln schmieren. Doch habt ihr euch schon mal überlegt, wie es ein Konservierungsmittel schafft, die hauteigenen (guten) Mikroorganismen von den fremden (krankmachenden) zu unterscheiden? Es schafft es schlichtweg nicht, und somit können solche Deos den natürlichen Schutzmantel der Haut schädigen.

Je nach verwendetem Konservierungsmittel bestehen noch weitere Risiken: Das Konservierungsmittel EDTA z.B. kann andere bedenkliche Inhaltsstoffe in den Körper schleusen, weil es ein sog. Komplexbildner ist, der mit anderen Substanzen leicht eine Bindung eingehen kann. EDTA dockt also an Schadstoffe an und bringt sie in die Haut ein. Ein weiteres Konservierungsmittel sind Parabene, die eine hormonelle (östrogene) Wirkung auf den Körper haben und zudem im Verdacht stehen, Brustkrebs zu erzeugen.

Duftstoffe, Mineralöle und Weichmacher

Deos sollen gut riechen – schließlich will man ja den Schweißgeruch überdecken. Doch leider können Duftstoffe gesundheitliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Atemnot, etc. oder Allergien auslösen.

Um die Haut zu pflegen, sind vielen Deos Mineralöle (Paraffine) zugesetzt – naja, ich kann mir besseres vorstellen als mir ein Produkt aus Erdöl auf die Haut zu tun, damit sie nicht austrocknet. Und außerdem ist diese pflegende Komponente der Paraffine auch sehr fragwürdig, denn sie bleibt in der obersten Hautschicht, dringt also nicht in die unteren Hautschichten ein. Und sobald die Haut gereinigt wird, verdunstet diese Feuchtigkeit in der obersten Hautschicht schnell und die Haut fühlt sich trockener an als zuvor….

Phtalate (Weichmacher) sind bei Deos für die geschmeidige Konsistenz und für die Fixierung der Duftstoffe zuständig. Und wie die Parabene auch, haben auch Phtalate eine hormonelle Wirkung. Außerdem erhöhen Phtalate das Diabetes- und Asthmarisiko.

Der Giftcocktail & Bahnhof

Wenn ich mir die Inhaltsstoffe von Deos anschaue, verstehe ich meist nur Bahnhof. Und ich glaube so geht es vielen anderen Menschen auch – außer denen, die sich mit Chemie sehr gut auskennen 😉 Und wenn in einem Kosmetikprodukt so viele mir nicht bekannte Inhaltsstoffe enthalten sind, macht mir das ein ungutes Gefühl: Erstens weiß ich nicht, was jeder einzelne Stoff mit mir und meinem Körper macht (ok, ich könnte alles recherchieren….) und zweitens habe ich aus dem Buch von Marion Schimmelpfennig eines verinnerlicht: in wissenschaftlichen Studien wird immer nur ein einziger Inhaltsstoff getestet und untersucht. Keiner hat bislang die Kombinationen der unterschiedlichen Inhaltsstoffen untersucht. Aber war es im Chemie-Unterricht nicht immer so, dass Stoffe miteinander reagieren? Mit jedem Kosmetikprodukt, das wir verwenden, nehmen wir also einen potentiellen Giftcocktail zu uns, über dessen Auswirkungen in unserem Körper keiner wirklich Bescheid weiß.

Und noch eine Anmerkung zu den Grenzwerten, die vom Bundesministerium für Risikobewertung festgelegt werden: auch wenn bei bestimmten Stoffen in geringer Konzentration keine Gesundheitsgefahr bestehen soll, wird hier auch bedacht, dass man nicht nur 1 Kosmetikprodukt an einem Tag verwendet, sondern mehrere mit teilweise gleichen Inhaltsstoffen? Und reichern sich die Stoffe nicht auch im Körper an? Ich glaube, durch diese beiden Tatsachen sind diese geringen „ungefährlichen“ Konzentrationen ganz schnell überschritten.

Deo selbst machen – unser Deo-Rezept

Auch bei Naturkosmetik-Deos ist die Liste der Inhaltsstoffe oft relativ lang. Und da die Herstellung eines Deos wirklich kein Hexenwerk ist, machen wir es daher einfach selbst. Und zwar mit nur 3 Zutaten:

Ich nehme eine 20 ml Flasche, fülle sie mit gereinigten Wasser, gebe eine Prise Natron dazu und 1 Tropfen Zitronenöl (rein ätherisches Bio-Öl). Sprühaufsatz auf die Flasche und kräftig schütteln. Fertig.

Ach ja: Auch vor jeder Anwendung muss die Flasche nochmal kräftig geschüttelt werden, damit sich Öl, Wasser und Natron wieder richtig vermischen nach längerer Standzeit.

Tipp: Statt Zitronenöl kannst Du auch andere Öle verwenden, z.B. Orange, Salbei, … Für eine bessere antibakterielle Wirkung kannst du Teebaumöl hinzufügen und für eine bessere antiseptische Wirkung Lavendelöl. Wir verwenden immer nur 1 Öl und nie eine Mischung. Im Sommer gerne etwas fruchtiges und in den kälteren Monaten auch gerne Lavendel.

Die kleinen Flaschen mit Sprühaufsatz bekommt man u.a. in der Apotheke. Wir haben sie bei Gläser und Flaschen bestellt. Und die Öle kaufen wir von Primavera (erhältlich in den meisten Biomärkten).

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Letzte Aktualisierung am 13.11.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API