Sind beschichtete Pfannen gesundheitsschädlich? Und welche Pfanne ist gesund?

In diesem Artikel erfährst Du, warum wir (und nicht nur wir) beschichtete Pfannen für gesundheitsschädlich halten – und welche Pfannen Du stattdessen verwenden kannst. Was Du hier liest, gilt aber nicht nur für Pfannen, sondern auch für beschichtete Töpfe, Grillplatten von Kontaktgrills und anderes beschichtetes Kochgeschirr.

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Um gesund zu bleiben oder gesund zu werden ist es wichtig, unseren Körper von so vielen Giftstoffen zu schützen wie nur möglich. Was in unserer toxischen Welt leider immer schwerer wird.

Was die wenigstens Menschen wissen: auch antihaftbeschichtetes Kochgeschirr kann giftig sein. Auch wenn es sozusagen Standard in unseren Küchen ist und daher in den allermeisten Haushalten verwendet wird.

1. Sind mit Teflon™ beschichtete Pfannen gesundheitsschädlich?

Nehmen wir zunächst eine Pfanne mit Teflon™-Beschichtung. Die kennt jeder. Teflon™ ist ein Markenzeichnen der Firma Chemours, die 2015 von DuPont abgespalten wurde. Teflon™ ist ein Handelsname für den chemischen Stoff Polytetrafluorethylen oder kurz PTFE.

Ich habe 3 spannende Fakten über Teflon™ zusammengetragen:

Fakt 1: Teflon™-Gase sind für Wellensittiche tödlich.

Wenn eine Pfanne mit Teflon™-Beschichtung zu heiß wird, zersetzt sich das PTFE und es werden giftige Substanzen freigesetzt. Die sieht man allerdings nicht, weil dabei kein Rauch entsteht. Wenn in der Nähe der Pfanne nun ein Wellensittich sitzt, dann kann er an diesen Gasen sterben. Wohlgemerkt: der Vogel sitzt dabei nicht IN der Pfanne – sondern irgendwo in der Nähe der Pfanne! Das kann man in einem PDF des Bundesamt für Risikobewertung und auch in vielen anderen Quellen nachlesen.

Im diesem PDF erfährt man außerdem, dass die Pfanne heißer als 202 Grad werden muss, damit ein Vogel stirbt. Damit der Mensch Symptome spürt, sind 360 Grad und mehr nötig. 360 Grad erreicht man lt. Bundesamt für Risikobewertung in der Pfanne nur, wenn man sie leer erhitzt. Normalerweise erreicht man solche Temperaturen nicht, da der Inhalt der Pfanne, also z.B. das Öl, vorher anfängt zu rauchen und wir dann automatisch die Temperatur runterregeln. Lt. dem PDF fängt Öl z.B. an bei 270 Grad zu rauchen – da wäre der Wellensittich dann aber schon tot.

Ist die Benutzung von Pfannen mit PTFE-Beschichtung also ungefährlich, solange wir unter 200 Grad bleiben?

Das Bundesamt für Risikobewertung schreibt: „Als niedrigste kritische Temperatur wurden im Tierversuch ca. 202° C ermittelt. Bei dieser Temperatur lösen sich bereits kleine PTFE-Partikel, die bei Vögeln tödlich wirken können.“
In einer anderen Quelle wird gesagt, dass Teflon™ schon bei 115 Grad giftige Partikel ausgast. Ich weiß allerdings nicht, ob sich das auf Teflon™-Pfannen bezieht, die zusätzlich noch PFOA enthalten – was anscheinend heute nicht mehr der Fall sein soll.

Mir persönlich ist so eine PTFE-Pfanne damit zu riskant: was einen Vogel tötet, weil es sich ab einer bestimmten Temperatur zersetzt, gehört m.E. nicht in eine Küche. Selbst, wenn ich die niedrigste kritische Temperatur nie erreichen sollte. Und ob ich das überhaupt 100%ig schaffen kann, da bin ich mir nicht so sicher, denn es kann im Eifer des Gefechts leicht passieren, mal die leere Pfanne auf eine heiße Platte zu stellen oder die Pfanne kurz zu vergessen, weil man sich um ein Kind kümmern muss. Und wenn selbst 115 Grad schon gefährlich sein können, dann wäre bei jedem Bratvorgang toxisches Gas in der Raumluft. Denn beim Braten entstehen typischerweise Temperaturen zwischen 180 und 260 Grad, wie man hier nachlesen kann.

Ich finde das irgendwie pervers: man weiß, dass PTFE Lebenwesen schaden kann. Statt nun das Material aus Kochgeschirr zu verbannen, wird ermittelt, ab welchen Temperaturen ein für Menschen messbarer Schaden entsteht. Hm. Dann lass ich das lieber ganz bleiben mit dem Teflon™…

Fakt 2: Die Teflon™-Beschichtung geht irgendwann kaputt

Jeder kennt das: Kratzer in der Beschichtung. Du kannst so vorsichtig sein wie Du möchtest, irgendwann ist der erste Kratzer drin, später kommen immer mehr dazu. Zumindest war das bei uns immer so. Und auch viele andere Quellen berichten davon.

Wenn Du in einer Pfanne mit beschädigter Beschichtung brätst, dann können kleine Teflon™-Partikel in das Essen und damit in den Körper gelangen. Angeblich sind diese Partikel „gesundheitlich unbedenklich“, da sie einfach wieder ausgeschieden werden, weil sie nicht verdaut werden können. So zumindest das Bundesamt für Risikobewertung in dem oben schon erwähnten PDF. Ich frage mich: Wie ist das Bundesamt zu dieser Erkenntnis gekommen? Hat es ein PTFE-Teilchen vom Mund bis zum Hintern verfolgt? Ist es ganz sicher, dass sich solche Materialien nicht doch irgendwie im Körper ablagern können oder auf dem Weg zum Hintern irgendwo Schaden anrichten?

Auf der Website vom Zentrum der Gesundheit liest man, dass 95 % der Amerikaner Teflon™-verwandte Chemikalien im Blut aufweisen. Ob das nur von Kochgeschirr kommt weiß ich nicht, denn PTFE kommt auch in anderen Materialien zum Einsatz, wie z.B. in Pizzakartons, Zahnseide, wasserabweisenden Textilien und Schuhen. Bei Schuhe heißt das dann Gore-Tex®.

Wenn sich also bei vielen Menschen im Blut Teflon™-verwandte Chemikalien nachweisen lassen, werden die Partikel wohl doch nicht immer ausgeschieden – oder zumindest nicht gleich. Für mich ein weiterer Grund, die Finger von Teflon™ zu lassen. Auch Gore-Tex® haben wir weitgehend aus unserem Haushalt verbannt.

Fakt 3: DuPont sammelt Klagen und vergiftet Wasser

Zu denken gibt mir auch, dass in den USA wohl mehrere Klagen gegen DuPont eingereicht wurden. In diesem ntv-Artikel liest man von einer Sammelklage sowie einer Klage eines Mannes, bei dem eine zur Herstellung von Teflon™ verwendete Chemikalie zu Hodenkrebs geführt hat. Lt. einem anderen Artikel hat DuPont jahrelang vorsätzlich die giftige Chemikalie C8 – auch PFOA genannt – in einen Bach eingeleitet und auf einer Brachfläche ins Grundwasser sickern lassen. Was bei vielen Menschen, Wild- und Nutztieren zu Krankheiten und Todesfällen geführt hat.

Auch in einem Artikel von 2005 ist von 2 Sammelklagen gegen DuPont die Rede. Und auch dieser Artikel wirft kein gutes Licht auf das Unternehmen.

Wenn ich diese Artikel lese, wird mein Vertrauen in Teflon™ nicht unbedingt größer – spätestens bei der Sache mit dem Bach ist es vollends verschwunden…

2. Sind Pfannen mit Keramik-Beschichtung gefährlich?

Als wir uns vor einigen Jahren mit Teflon™ beschäftigt haben, haben wir uns nach alternativen beschichteten Pfannen umgesehen und sind schnell auf Pfannen mit Keramikbeschichtung gestoßen. Aber auch davon haben wir lieber die Finger gelassen, weil ich an verschiedenen Stellen gelesen habe, dass für den Antihafteffekt Nanotechnologie eingesetzt wird. Wenn Nanoteilchen in unseren Körper gelangen, wissen wir nicht, was sie dort machen. Der Stern hat in einem Artikel von 2006 geschrieben: „Experten halten den Einsatz von Nanopartikeln für ein Spiel mit dem Feuer. Nanoteilchen können auch die schützende Blut-Hirn-Schranke überwinden, weil der Körper sie nicht erkennt.“. Wenn er das 2006 noch nicht konnte, wird er es heute auch noch nicht können 😉

Im Naturscheck vom Herbst 2010 kann man in einem Artikel zur Nanotechnologie lesen: „Das Fatale ist hierbei, daß diese winzigen und teils sehr aggressiven Teilchen alle menschlichen körpereigenen Barrieren durchdringen können. Weder die für den Schutz des Ungeborenen so wichtige Plazentaschranke, noch die Blut-Hirnschranke oder die Schleimhautbarriere des Magens bieten ausreichenden Schutz vor den »Giftzwergen«! So gelangen Nanopartikel schließlich in das Lymph- und Blutsystem, in die Organe, in die Zellen, ja bis in den Zellkern und damit auch in genetische Strukturen, die Doppelhelix, die ja selbst nur ca. sieben Nanometer groß ist.“

Deswegen würde ich solche Pfannen nur dann einsetzen, wenn der Hersteller für mich vertrauenswürdig versichert, dass seine Pfanne komplett ohne Nanopartikel auskommt.

3. Und was ist mit Alupfannen?

Aluminium ist für den Menschen hochgiftig und hat absolut nichts im Körper verloren, auch wenn man uns das gerne in die Impfstoffe packt. Alu-Pfannen geben Aluminiumpartikel ins Essen ab und gelangen so in unseren Körper. Das kann schon passieren, wenn Alu mit leicht saurem Leitungswasser unter einem pH-Wert von sieben in Kontakt kommt. Mehr noch, wenn stark saure oder salzhaltige Lebensmittel in einer Alupfanne gebraten werden (Quelle).

Für uns hat Alu in der Küche damit nichts zu suchen – weder in Pfannen noch in Verpackungen. Was allerdings schwer realisierbar ist leider, denn oft sehe ich das Alu in einer Verpackung erst, wenn ich die Verpackung öffne. Auch Alu-Papier zum Grillen oder Warmhalten setzen wir seit Jahren nicht mehr ein, genauso wenig wie Trinkflaschen aus Aluminium.

Mehr Infos zu Alu findest Du in meinem Artikel Aluminium im Körper durch Küche, Kosmetik, Trinkwasser & Co. Spezielle um Alu in Deos geht’s in diesem Artikel.

4. Unsere 2. Wahl: Edelstahlpfannen

Was ist mit (unbeschichteten) Edelstahlpfannen? Wir gefährlich sind diese für unsere Gesundheit?

Wikipedia sagt: „Edelstahl ist eine Legierung aus Eisen und Chrom, Nickel, Molybdän oder Mangan“. Wieder stellt sich die Frage: was davon kann ins Essen abgegeben werden? Nach meinen Recherchen zumindest Nickel. Nickel wird vom Körper zwar benötigt, aber weder ein zuviel noch ein zu wenig ist für uns gesund. Ich habe tatsächlich wenig Bedenkliches dazu gefunden. Die ins Essen abgegebene Menge Nickel soll sehr gering sein und mit laufendem Gebrauch der Pfanne sinken, lt. einem Artikel der Bremer Umweltberatung. Trotzdem gibt es Menschen, die empfindlich auf Nickel reagieren und solche Pfannen daher meiden sollten.

Da selbst von mir oft konsultierte und m.E. vertrauenswürdige Quellen nicht von Edelstahl abraten, sondern es im Gegenteil empfehlen, ist Kochgeschirr aus diesem Material unsere 2. Wahl. Wir verwenden z.B. Edelstahltöpfe und haben auch Trinkflaschen aus Edelstahl im Einsatz.

Man muss aber auch wissen, dass Edelstahltöpfe im Boden oft eine Alu- oder Kupferschicht haben. Die ist wohl vom Edelstahl eingeschlossen. Trotzdem würde ich versuchen, Pfannen und Töpfe mit Alukern zu vermeiden.

5. Unser Favorit: Eisenpfannen

Unsere 1. Wahl sind Eisenpfannen. Diese haben keine Beschichtung – die stellt man durch das sogenannte „Einbrennen“ selbst her. Es gibt Pfannen aus Gußeisen, z.B. von Skeppshult und aus Schmiedeeisen, z.B. von Gräwe. Gußeiserne Pfannen sind schwerer als schmiedeeiserne Pfannen, weil das Material dicker ist.

Wir haben beiden Pfannenarten im Einsatz (welche konkret, >> findest Du hier <<). Die Antihaftbbeschichtung haben wir durch Einbrennen hergestellt: Dabei wird z.B. Öl in die Pfanne gegeben und stark erhitzt. Wenn man die Pfanne dann richtig pflegt, muss diese Schicht nie erneuert werden – sie regeneriert sich quasi selbst. Und es brennt auch tatsächlich selten etwas an.

Nach dem Kochen reinigen wir die Pfannen, indem wir sie trocken oder nass ausreiben. Ist doch mal etwas angebrannt, kratzen wir das mit einem Holzschaber raus. Spülen in der Spüle ist so gut wie nie nötig – und wenn doch mal, dann nur mit Wasser und ohne fettlösendes Spülmittel. Wenn die eingebrannte Antihaft-Beschichtung durch die Reinigung etwas gelitten hat, fetten wir die Pfanne danach leicht nach.

Lt. einem Artikel auf Pfannenhelden.de geben auch Eisenpfannen Partikel an die Speisen ab – also Eisen. Was allerdings für den Körper nicht schädlich sein soll – im Gegenteil. Lt. diesem Artikel von Zeit Online kann die Verwendung von Eisenpfannen den Eisen-Blutwert verbessern und so einen Beitrag gegen Eisenmangel leisten. Die Eisenabgabe soll jedoch schwächer werden, je besser die Pfanne eingebrannt ist, weil dann die Patina den direkten Kontakt das Bratguts mit der Pfanne verhindert.

Für uns ist eine Eisenpfanne nach unserem derzeitigen Wissensstand die beste Wahl. Hier haben wir das meiste Vertrauen, keine giftigen Chemikalien in Raumluft oder Magen zu bekommen. Die Handhabung ist zwar ein wenig unkomfortabler als bei Teflon™-Pfannen, das Kochgefühl dafür aber irgendwie wesentlich cooler 😉 Und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit hat man den Dreh raus und vermisst seine alte Teflon™-Pfanne nicht mehr. 😉

BONUS GUIDE: 3 wirkungsvolle Maßnahmen für noch weniger Schadstoffe in Deiner Küche

Fazit

Die Eingangsfrage „Sind beschichtete Pfannen gesundheitsschädlich“ kann ich für uns nach unseren Recherchen auf jeden Fall mit einem Ja beantworten.
Aber: jede Pfanne gibt Partikel an die darin erwärmten Speisen ab – ob beschichtet oder nicht. Wir müssen uns entscheiden, welche Partikel uns am liebsten sind 😉 Für uns sind das Eisen-Partikel und auch Nickel-Partikel aus unbeschichteten Eisen- und Edelstahlpfannen. Alle anderen in diesem Artikel genannten Pfannenarten halte ich persönlich für zu riskant.

Hier findest Du die beiden von uns verwendeten Eisen-Pfannen:

Letzte Aktualisierung am 18.10.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API