Wir sind nicht krank, sondern durstig: Warum viele Krankheiten „nur“ Wassermangel Symptome sind

Der Arzt F. Batmanghelidj sagt: Viele unserer Krankheiten sind „nur“ die Symptome einer chronischen Dehydration. Unser Körper und seine Organe werden nicht ausreichend mit dem lebensnotwendigen Wasser versorgt. Demnach müssen wir nur wieder genügend Wasser trinken – und Krankheiten wie Depressionen, Allergien, Gelenkschmerzen uvm. können verschwinden.

Vorbemerkung: Warum unser Gesundheitssystem kontraproduktiv ist

Bei meinen ersten Recherchen zum Thema Gesundheit vor vielen Jahren bin ich auf die Bücher von Fereydoon Batmanghelidj gestoßen. Der iranisch-amerikanische Arzt weist zu Beginn auf ganz sachliche Art auf die Missstände in der heutigen Schulmedizin hin. Auf Dinge, die für mich damals noch relativ neu waren und mich zum Umdenken bewegten. Z.B., dass es kontraproduktiv ist, Krankheitssymptome wie Schmerzen mit Medikamenten zu unterdrücken, weil dadurch keine Gesundung eintreten kann. Im Gegenteil: seiner These folgend, verschlimmert das die Situation zunehmend, weil der Körper so immer kränker wird – nur merken wir das nicht mehr unbedingt, eben weil die Symptome ausgeschaltet sind. Diese Erkenntnis zieht sich wie ein roter Faden durch fast alle Bücher, die sich mit alternativen Heilmethoden beschäftigen.

Und warum sich daran nichts ändern kann

Er erklärt auch, warum sich an unserem Gesundheitssystem nur schwer etwas ändern kann. Z.B. warum seine Wasser-Mangel-Entdeckungen nicht schon längst überall Anwendung finden. Umdenken ist ein langwieriger Prozess voller Widerstände. Ungünstigerweise hat die Gesundheitsindustrie starken Einfluß auf Änderungen, indem sie nur in Forschungen investiert, die sich finanziell lohnen. Also z.B. in die Entwicklung symptomunterdrückender Medikamente. Und auch die Regierungen haben kein Interesse an einer wirklichen Verbesserung der Gesundheitssituation. Warum? Wenn die Bevölkerung weniger zum Arzt gehen würde, weniger Geld in Medikamente investieren würde, dann wäre das Einkommen von Pharmaindustrie, Medizinern, Krankenhäuser etc. sehr viel geringer. Und weil dann auch sehr viel weniger Einkommen versteuert werden müsste, würde das hohe Einbrüche bei den Steuereinkünften für den Staat bedeuten.

Die Lösung: Wir sind nicht krank, wir sind durstig

Wir brauchen also nicht zu erwarten, dass Unternehmen, Forschung oder Staat etwas für die Verbesserung unseres Gesundheitswesens tun werden. Nur wir selbst können das. Und das funktioniert nach Batmanghelidj ganz einfach: wir müssen nur mehr Wasser trinken!

Denn seine These lautet: die Mehrheit unserer Krankheiten sind die Folgen von anhaltender Dehydration unseres Körpers. Das gilt für Bluthochdruck, Allergien, Diabetes, Migräne, Rückenschmerzen, Verdauungsproblemen, Magenschmerzen, Sodbrennen, Depression und viele mehr. All dies sind verzweifelte Rufe des Körpers nach Wasser – zumindest in den meisten Fällen.

Wieso das? Unser Körper hat ein System, das das zugeführte Wasser im Körper verteilt. Registriert dieses System drohenden Wassermangel, dann wird das Wasser nicht mehr normal verteilt, sondern nach Dringlichkeit. Bestimmte Organe bekommen dann mehr Wasser als andere, z.B. das Gehirn. Hält dieser Wassermangel nun an – was bei den meisten Menschen der Fall ist – werden viele Organe chronisch unterversorgt. Was am Anfang nicht spürbar ist, führt dann nach Monaten oder Jahren zu Symptomen. Die Schulmedizin sieht darin dann verschiedene Krankheiten, Batjmangheldj führt all diese Krankheiten auf die gemeinsame Ursache Durst zurück.

Umgekehrt bedeutet das: sobald wir beginnen, dem Körper ausreichend Wasser zuzuführen, können diese Wassermangel Symptome auch schnell wieder verschwinden (sofern die Schädigungen in den Organen nicht schon irreversibel sind)! Denn das Wasser-Rationalisierungssystem erkennt dann: es ist wieder genug Wasser da – und versorgt alle Organe wieder normal.

So können Allergien genauso verschwinden wie Gelenkschmerzen durch Arthritis. Rückenschmerzen genauso wie Bluthochdruck. Usw.

Klar, dass die Gesundheitsindustrie an dieser Erkenntnis kein Interesse hat. Denn damit lässt sich nun wirklich kein Geld verdienen – im Gegenteil: viele Medikamente und andere medizinische Maßnahmen wären überflüssig, wenn die Menschen mehr Wasser trinken würden.

Warum ist Wasser überhaupt so wichtig für unseren Körper?

Warum ist Wasser so wichtig für unseren Körper?Klar, der Körper besteht zu 75 % aus Wasser, das Gehirn sogar zu 85 %. Und wir verlieren ständig Wasser, z.B. über den Urin oder den Atem. Aber welche Funktionen hat das Wasser im Körper konkret? Zum einen lösen sich darin Nährstoffe, die dann von Organ zu Organ transportiert werden können. Wasser hat also die Funktion, Stoffe zu lösen und zu transportieren. Wasser liefert aber z.B. auch Zellenergie, Wasser sorgt dafür, dass die Gelenke gleiten können oder dafür, dass die Bandscheiben Stöße abfedern können. Ohne ausreichend Wasser sind also viele Funktionen im Körper nur eingeschränkt möglich. Der Gelenkverschleiß nimmt zu, es kommt zu Bandscheibenprobleme, es fehlt Energie etc. Dehydrierte Zellen können schrumpfen wie Trockenobst – wodurch sie nicht mehr richtig arbeiten können, was z.B. im Gehirn üble Folgen haben kann.

Wassermangel Symptome: Woran merkt man nun konkret, dass man dehydriert ist?

Batmanghelidj gibt dafür viele Symptome an. Wassermangel wirkt sich z.B. auf die Gefühle aus, man fühlt sich müde, erhitzt, reizbar, ängstlich, mutlos, depressiv. Durch das Notprogramm der Wasserverteilung kann es zu Krankheiten wie Asthma, Allergien, Bluthochdruck, Verstopfung, Diabetes Typ II und Autoimmunkrankheiten kommen. Wassermangel kann auch zu Schmerzen führen, wie Sodbrennen, Herzschmerzen, Kreuzschmerzen, rheumatoiden Gelenkschmerzen u.ä. Übrigens auch zur berühmten Schwangerschaftsübelkeit…

Ein Beispiel: Depressionen. Lt. Batmanghelidj muss der Körper bei Wassermangel einige seiner lebenswichtigen Substanzen opfern, um giftigen Abfall zu neutralisieren. Dazu gehören die Aminosäuren Tryptophan und Tyrosin.
In einem solchen Fall fehlt dann dem Gehirn Tryptophan, aus dem es Serotonin, Melatonin u.ä. bilden kann. Wenn das Gehirn das nicht mehr in ausreichendem Maß machen kann, kommt es zu Depressionen.
Aus Tyrosin macht das Gehirn Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin – kann es das nicht ausreichend machen, verfällt der Mensch in lähmende Tatenlosigkeit und wird von Sorgen gequält.
Statt Medikamente zu nehmen, würde es nun ausreichen, einfach genügend Wasser zu trinken, um depressive Zustände zu beenden.

Ein zweites Beispiel: Müdigkeit. Auch die kann aus Wassermangel resultieren, weil Wasser nach Batmanghelidj die Hauptenergiequelle des Körpers ist. Auch Nahrung wird erst zur Energiequelle, wenn sie durch Wasser hydrolysiert und energetisiert wurde. Neben Müdigkeit können so auch Reizbarkeit und Ungeduld entstehen und auch Aufmerksamkeitsdefizite.

Ist Wassermangel wirklich die alleinige Ursache vieler Krankheiten?

Ich finde diese Denkweise zu einfach. Nach meinem Verständnis haben Krankheiten oft mehrere Ursachen – mehrere ursächliche Stressoren. So hat ein Mensch, der depressiv ist, vielleicht einen Vitamin D-Mangel UND einen Wassermangel. Ein Mensch mit einer Allergie stresst seinen Körper möglicherweise mit Milchprodukten UND zu wenig Wasser. Folgen wir Ruediger Dahlkes Denkweise, steht hinter jeder Krankheit außerdem meist auch eine mehr oder weniger starke seelische Komponente. Diese These findet man auch bei vielen anderen Autoren.

Ein wichtiger Schlüssel auf dem Weg zu Gesundung!

Trotzdem finde ich das Wissen von Batmanghelidj extrem wichtig! Dass wir genug trinken sollen, hören wir ja überall, auch in der Schulmedizin. Aber warum genau, konnte mir noch niemand so umfassend und schlüssig erklären wie Batmanghelidj. Der lapidare Rat: „Trinken Sie mind. 2,5 Liter pro Tag“ eines Heilpraktikers hat zumindest für mich keine große Motivation. Das von Batmanghelidj vermittelte Hintergrundwissen hingegen schon. Ich möchte meinen Organen schließlich kein dauerhaftes Notprogramm zumuten und ich möchte auch keine Zellen im Trockenobstzustand 😉 Die vielen Beispiele in seinen Büchern sind beeindruckend und bleiben im Gedächtnis haften. Und sie machen Mut!

Wenn ich nun eine Krankheit hätte, würde ich daher immer auch prüfen: trinke ich genug und auch: gut genug? Oder stresse ich meinen Körper mit Wassermangel? Damit kann ich schon einmal einen ganz wichtigen Stressor ausschalten – auf ganz einfache Weise, ohne großen Aufwand. Wenn sich die Krankheit dadurch nicht bessert, suche ich nach weiteren Stressoren.

Ich hatte früher z.B. mit Heuschnupfen zu kämpfen. Und habe dann begonnen, viel stilles Wasser zu trinken. Leider hat sich am Heuschnupfen nichts geändert. Ich habe vorher definitiv zu wenig getrunken – und wenn, dann nur Zeug wie Saft, Milch oder Limonade. Aber mein falsches Trinkverhalten war offensichtlich nicht der einzige Stressor, der zum Heuschnupfen geführt hat. Ich habe in den darauffolgenden Jahren noch einiges in meinem Leben geändert – z.B. meine Ernährung, aber auch meinen Stresslevel. In den letzten 2-3 Jahren war mein Heuschnupfen fast Geschichte. Hätte ich nun nach meinem erfolglosen Wasserexperiment wieder begonnen, hauptsächlich Limo zu trinken, hätte ich heute womöglich immer noch Heuschnupfen.

Es kann aber auch umgekehrt sein: vielleicht hast Du schon viele Stressoren ausgeschaltet, leidest aber immer noch unter Rückenschmerzen, Allergien u.ä. Dann könnte Wassermangel vielleicht der letzte auszuschaltende Stressor sein auf dem Weg zur Heilung Deiner Krankheit!

Wie viel Wasser pro Tag?

Batmanghelidj empfiehlt als absolutes tägliches Minimum 6-8 Gläser Wasser (mit je ca. 1/4 Liter), also 1,5-2 Liter. Oder in Abhängigkeit vom Körpergewicht: 30 ml pro kg. Er gibt in seinen Büchern auch die optimalen Zeiten der Wasseraufnahme an: ein Glas 1/2 Stunde vor jeder Mahlzeit (um den Verdauungstrakt auf die Nahrungsaufnahme vorzubereiten), ein Glas etwa 2,5 Stunden nach jeder Mahlzeit (um den Verdauungsprozess abzuschließen und den durch die Verdauung der Nahrung verursachten Wassermangel zu beheben). Außerdem gleich morgens nach dem Aufstehen, um den nächtlichen Wasserverlust auszugleichen, vor dem Sport – und nach eigenem Bedarf – übrigens auch während dem Essen.
Für mich sind solche zeitlichen Empfehlungen allerdings nicht praktikabel, weil ich im Alltag nicht ständig daran denken kann, meinen Wasserkonsum auf diese Weise zu takten. Wir trinken also „frei Schnauze“ 😉 Aber auch wir starten den Morgen mit ein oder zwei Gläsern Wasser sofort nach dem Aufstehen.

Wichtig ist noch, dass Kaffee, Tee, Alkohol und koffeinhaltige Limonaden nicht zur täglichen Wassermenge zählen. Alles was Koffein enthält, entzieht dem Körper mehr Wasser, als das Getränk selbst enthält – indem Koffein die Nieren anregt. Auch alkoholhaltige Getränke entwässern den Körper. Alkohol verhindert außerdem, dass das Notprogramm bei Wassermangel das Gehirn mit Wasser versorgt. Er entwässert die Gehirnzellen. Auch Säfte und Milch hält Batmanghelidj für ungeeignet, um den Körper mit dem nötigen Wasser zu versorgen.

Welches Wasser?

Hier finde ich, ist Batmanghelidj etwas schwammig, deshalb habe ich in anderen Quellen recherchiert 😉 Auch wenn es immer heißt, Leitungswasser sei sehr gut kontrolliert, bedeutet das nicht, dass es frei von Schadstoffen ist. Denn: es werden nur 55 Stoffe ständig kontrolliert, es können aber mehr als 2000 Fremdstoffe im Wasser sein. Das Wasserwerk kann unmöglich ständig auf all diese Schadstoffe prüfen und auch gar nicht alle potentiellen Schadstoffe herausfiltern.

So können im Leitungswasser Pestizide, Herbizide, Nitrat etc. aus der Landwirtschaft sein, Arzneimittelwirkstoffe aus Medikamenten (Schmerzmittel, Blutfettsenker, Röntgenkontrastmittel etc. – auch Hormone aus der Antibabypille), Uran, im Wasserwerk zugesetzte Chemikalien wie Chlor uvm. Auch Schwermetalle und Assel-Kot aus der Hausinstallation oder Asbestfasern aus den Leitungen ab dem Wasserwerk.

Welches Wasser ist gesund?Unsere Lösung lautet daher, zwar Leitungswasser zu trinken – aber erst, nachdem wir es selbst gefiltert haben (Mehr dazu in unserem Artikel Gesundes Trinkwasser ohne Kisten-Schlepperei, Weichmacher, Alu & Co).

Auch mit Mineralwasser aus Flaschen wäre ich vorsichtig. Die Mineralwasserverordnung ist weniger streng als die Trinkwasserverordnung, so muss z.B. nicht auf Pestizide und Nitrat getestet werden (Quelle). Auch sind teilweise wesentlich höhere Grenzwerte erlaubt als bei Leitungswasser. Es gibt ein Buch „Die Mineralwasser-Mafia“, zu dem KIKI 2017 ein Interview geführt hat. Auch sehr aufschlussreich und nicht unbedingt vertrauensfördernd…
Ein Wasserexperte, dem wir vertrauen, empfiehlt einige wenige Wasserhersteller, darunter z.B. Lauretana und Plose.
Auch ganz wichtig: ich würde nie Wasser in Kunststoffflaschen kaufen. Weil man sich nie sicher sein kann, welche Stoffe der Kunststoff in das Wasser abgibt – mal abgesehen von der bekannten Weichmacher-Problematik (mehr dazu in Kikis Artikel Hast Du auch Plastik im Blut?).

Was ist mit Sprudel? Ich weiß: viele Menschen haben sich so an das Prickeln im Mineralwasser gewöhnt, dass für sie stilles Wasser langweilig und fad scheint. Trotzdem würde ich von Sprudel abraten. Es gibt viele Quellen die sagen, dass Kohlensäure den Körper übersäuert. Und wir sind heutzutage schon genügend übersäuernden Faktoren ausgesetzt. Abgesehen davon finde ich es unnatürlich, stilles Wasser künstlich mit Kohlensäure zu versetzen. Wenn die Natur so viel Kohlensäure im Trinkwasser für sinnvoll erachtet hätte, käme Sprudel aus unseren Quellen – und keine stilles Wasser 😉
Es ist übrigens nur eine Sache von wenigen Tagen, bis Du Dich an stilles Wasser gewöhnt hast. Ich z.B. habe mittlerweile überhaupt kein Verlangen mehr nach sprudelnden Getränken (ganz im Gegensatz zu früher). Es fällt mir auch „technisch“ viel schwerer, die gleiche Menge Sprudel zu trinken wie stilles Wasser 😉

Batmanghelidj warnt davor, dass Menschen mit Herz- oder Nierenproblemen (generell: Menschen mit ernsthaften Erkrankungen und Menschen in ärztlicher Behandlung) nach dem Lesen seine Bücher anfangen, den Wasserkonsum auf eigene Faust zu erhöhen. Er empfiehlt, dies nur unter ärztlicher Aufsicht zu machen. Auch betont er, dass es wichtig ist, bei erhöhtem Wasserkonsum zugleich die tägliche Salzaufnahme zu erhöhen.

Ob Du gesund bist oder nicht: Wir übernehmen keine Haftung für persönliche oder sonstige Schäden oder Risiken, die sich als direkte oder indirekte Folge der Nutzung und Anwendung der Inhalte dieses Artikels ergeben. Bitte konsultiere einen Arzt oder einen anderen kompetenten Ratgeber Deines Vertrauens, bevor Du irgendwelche Vorschläge des Artikels umsetzt.

Buchtipp

Letzte Aktualisierung am 20.03.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API