Wie unsere Kinder ein positives Selbstbild bekommen (und wie nicht)

Wie aus Thomas Edison eine Leuchte wurde

Wir haben ja kürzlich ein Interview veröffentlicht mit dem Titel Mein Kind ist genau richtig, wie es ist. Kurz danach hat Kiki mir eine rührende Geschichte erzählt, die ganz eindrücklich zeigt, wie wichtig diese Haltung ist für die Entwicklung eines Kindes. Hier ist sie:

Als Thomas Edison noch ein Kind war, kam er eines Tages von der Schule nach Hause mit einem Brief an seine Mutter. Diese öffnete den Brief und las ihn sich durch. Dann soll sie ihren Sohn zu sich gebeten haben, um ihm – mit Tränen in den Augen – diesen Brief vorzulesen: „Sehr geehrte Frau Edison, Ihr Sohn ist ein Genie. Leider ist unsere Schule zu klein und hat keine Lehrer, die gut genug sind, um ihn adäquat zu unterrichten. Ich empfehle Ihnen deshalb, Ihren Sohn selbst zu unterrichten.“

Wie wir wissen, erfand Thomas Edison später die Glühbirne und die Schreibmaschine. Irgendwann danach, seine Mutter war inzwischen tot, fand er auf dem Dachboden genau diesen Brief. Seltsamerweise stand darin aber etwas ganz anderes: „Sehr geehrte Frau Edison, Ihr Sohn ist geistig behindert. Wir können ihn nicht weiter unterrichten. Bitte nehmen Sie ihn umgehend von unserer Schule.“

Ich weiß nicht, wie die Schule zu dem Schluss mit der geistigen Behinderung gekommen ist. Aber was wäre aus Thomas Edison geworden, wenn seine Mutter ihm die „Wahrheit“ vorgelesen hätte? Wäre er dann auch eines der größten Genies seines Jahrhunderst geworden? Ich glaube kaum… Denn wenn vermeintliche Autoritätspersonen Dein Weltbild so formen, dass Du darin schuluntauglich und geistig behindert bist, dann wird das ziemlich sicher zu Deiner persönlichen Wahrheit.
Aber wie man sieht, funktioniert das zum Glück umgekehrt auch! 😉 Was für eine weise Mutter!

Ein Versager und Urkundenfälscher?

Auch Reinhard Meys Eltern haben ihrem Sohn in schulischen Angelegenheit den Rücken gestärkt – auch auf rührende Art und Weise. Dabei hätten sie gleich 2 Gründe gehabt, ihn stattdessen negativ zu „beurteilen“. Sie haben es nicht getan – und ihrem Sohn auf diese Weise gezeigt: „Wir stehen hinter Dir! Du bist genau richtig, wie Du bist.“ Aber sieh selbst:

Von jungen Elefanten

Die Geschichte von Thomas Edison – gleich ob sie sich wirklich genau so zugetragen hat oder nicht – zeigt wunderbar, wie Glaubenssätze entstehen und das Leben eines Kindes (und auch Erwachsenen) steuern können.

Bei Kindern und Glaubenssätzen muss ich immer an kleine Elefanten denken: Es heißt, wenn man einen jungen Elefanten mit einem dünnen Seil an einem Pflock anleint, dann wird er zunächst versuchen, sich zu befreien. Aber schnell lernen: „Ich bin zu schwach, ich schaffe es nicht, mich vom Pflock zu befreien.“
Irgendwann wird aus dem jungen Elefant ein erwachsener Elefant. Obwohl erwachsene Elefanten sich locker befreien könnten, kann man auch diese mit einem dünnen Seil an einem Pflock anleinen. Sie versuchen wohl nicht einmal, sich zu befreien, denn sie haben ja als Kind gelernt, dass sie das nicht können, weil sie zu schwach dafür sind.

Du siehst auch an dieser Geschichte, welche Macht Glaubensätze auf das Leben haben können! Welche Macht Glaubenssätze auf das Selbstbild haben können!

Ein positives, starkes Selbstbild für unsere Kinder!

Lasst uns unsere „jungen Elefanten“ mit möglichst vielen positiven, stärkenden Glaubenssätzen aufwachsen! Mit diesen 3 Geschichten im Hinterkopf, ist es hoffentlich leichter, seine Worte weiser zu wählen und so manche Entscheidung weiser zu treffen. Sicher nicht immer – aber zumindest immer öfter 😉 Mit unseren Worten haben wir die Möglichkeit, unseren Kindern zu helfen, ein positives, starkes Selbstbild zu entwickeln, so dass es für sie ein Leichtes sein wird, sich von dünnen und dicken Stricken zu befreien, die sie im Leben immer mal wieder am Weiterkommen behindern werden!