Miteinander statt Gegeneinander: Kooperative Spiele für Kinder (und Eltern) – Teil 3

Spiele ohne Verlierer

Miteinander statt gegeneinander – hier ist der 3. Teil unserer Artikelserie zu kooperativen Spielen für Kinder & Eltern! Wieder stellen wir Spiele vor, die Ihr als Familie im Team spielen könnt, so dass es am Ende nur Gewinner und keine traurigen oder frustrierten Verlierer gibt 😉 Wir finden es immer noch total schön, wenn wir uns nach einer Spielpartie gegenseitig auf die Schulter klopfen können, weil wir nach vielen Fehlversuchen endlich den Dreh raus haben und gemeinsam die rettende Raumkapsel erreicht haben. Oder leicht außer Atem aber mit einem Grinsen im Gesicht tatsächlich mit Teamwork alle 30 Fallen und Gegner überwunden und den Dungeon bezwungen haben.
Konkurrenzdruck und Gegeneinander gibt es in unserer Welt genug – da tut es richtig gut, auch immer mal wieder das „Gegenteil“ zu erleben (was nicht heißt, dass wir nie kompetitive Spiele spielen – aber miteinander macht’s irgendwie doch am meisten Spaß 😉).

Anfangs waren solche kooperativen Spiele noch so etwas wie Exoten auf dem Spielemarkt – mittlerweile wird das Angebot immer größer. Nicht alle Spiele können uns gleichermaßen begeistern – viele aber schon. Wir haben wieder vier richtig gute Spiele für Euch ausgewählt und stellen sie in diesem Artikel vor. Wobei das vierte Spiel kein Gesellschaftsspiel im eigentliche Sinne ist – aber trotzdem ein richtig geniales Spiel für viele schöne, gemeinsame und kooperative Spieleabende…. 😉

Es gibt noch weitere tolle kooperative Spiele, die wir Dir gerne in einem 4. Teil vorstellen 😉 Einfach unten in den Kommentaren posten, wenn Dich das interessiert! Aber auch so freuen wir uns über Dein Feedback zum Artikel, zu Deinen Gedanken oder über Deine persönlichen Spieletipps!

5-Minute Dungeon: Wahre Helden gegen die Zeit

Bei den Glücksknirpsen ist ja die Vermeidung von Stress immer wieder ein großes Thema – für uns Eltern, aber auch für unsere Kinder. Eigentlich dürfte ich daher – aus gesundheitlichen Gründen – das folgende Spiel gar nicht empfehlen, denn es sorgt für gehörigen Stress für die ganze Familie 😉

Die Spieler bilden zusammen eine Gruppe von Abenteurern, die gemeinsam aus einem Dungeon fliehen müssen. Stellt Euch einen Dungeon einfach als unterirdisches System aus Räumen und Gängen vor. Und in jedem Raum oder Gang lauert eine andere Gefahr. In klassischen Dungeons aus den 80ern sind das Monster und Fallen – für den „5-Minute Dungeon“ gilt im Grunde das gleiche, nur dass diese Gefahren hier allesamt süß-witzig-skurill sind. Jedenfalls muss die Spielergruppe in jedem Spiel eine bestimmte Anzahl an Gefahren – sagen wir mal gewaltfrei: überwinden – um aus dem Dungeon zu entkommen 😉

Dazu stehen jedem Spieler eine bestimmte Anzahl an Karten zur Verfügung. Beispiel: um den Riesen „Grozznak“ zu „überwinden“, müssen die Spieler die sog. Ressourcenkarten „Schild“, „Springen“ und „Bewegen“ in die Tischmitte schmeißen. Und wenn ich schmeißen sage, meine ich es auch, denn das muss alles ratz-fatz gehen. Spieler A hat vielleicht eine Schild-Karte auf der Hand, wirft die rein und schreit: wer hat eine Bewegen-Karte, schnell, eine Bewegen-Karte! Spieler B hat eine, donnert sie in die Mitte und Spieler C hat parallel eine Springen-Karte nachgezogen, die er dann sofort auch in die Tischmitte wirft. Puh, Grozznak ist bezwungen, schnell die nächste Gefahrenkarte aufdecken – und gleichzeitig Ressourcenkarten nachziehen! Und wieder gilt es, Schilder, Spring-Karten & Co. in die Tischmitte zu pfeffern – bis auch diese überwunden wurde. So geht das im leichtesten Fall 14 mal, im schwersten Fall müssen ganze 50 Gefahren überwunden werden. Die Anzahl ist abhängig vom Dungeon, aus dem man gerade flieht (es gibt 5 Dungeons, die von Dungeon zu Dungeon schwerer werden) – und vom gewählten Schwierigkeitsgrad (1-3).

Das Witzige und wirklich Außergewöhnliche an diesem Spiel ist, dass alle Spieler gleichzeitig spielen. Irgendeiner dreht die neue Gefahrenkarte um und dann geht es los mit Reinpfeffern der passenden Karten, um diese Gefahr zu überwinden. Da man Hektik mit Worten schwer beschreiben kann, hier ein kurzes Rechenbeispiel: Wenn man zu viert spielt und noch Anfänger ist, dann muss man im 3. Dungeon 30 solcher Gefahren besiegen. 5 Minuten : 30 Gefahren = man hat pro Gefahr nur 10 Sekunden Zeit 😉 Das ist zu wenig, um alles genau auszuklügeln und sich in aller Ruhe zu besprechen 😉 Trotzdem kann man das Spiel nur zusammen gewinnen. Und muss sich dazu auch absprechen. Nur eben nicht in Ruhe 😉

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Ruhe trotzdem extrem wichtig ist. Innere Ruhe. Wenn wir nicht in Hektik verfallen, sondern ruhig aber schnell handeln, sind wir effektiver. Man könnte meinen, dass unsere Jungs (6 und 9) bei dieser Hektik kaum in der Lage sind, den Überblick zu behalten, aber sie sind es doch und es kommen immer wieder super Ideen von beiden. Es ist nämlich nicht nur so, dass man die oben beschriebenen Ressourcen-Karten in die Tischmitte werfen kann, sondern auch Aktionskarten. Außerdem hat jeder Spieler einen bestimmten Charakter, z.B. einen Zauberer oder einen Kämpfer, die jeweils bestimmte Fähigkeiten und auch ein bisschen andere Kartenzusammenstellungen haben. Und wenn wir Erwachsenen gerade daran verzweifeln, dass niemand die letzte Bewegen-Karte hat, um die aktuelle Gefahrenkarte zu besiegen, kommt einer unserer Jungs auf die Idee, dass ja auch die Aktionskarte X helfen würde oder die Spezialfähigkeit von Mama.

Zusammenfassung: Was hektisch und kompliziert klingt, ist auch hektisch – aber nicht kompliziert, sondern ganz einfach. Die Regeln sind sehr kurz gehalten, alles ganz klar und einfach zu verstehen. Ich finde auch, dass das Spiel mit der Zeit immer weniger stresst, sondern eher die Fähigkeit schult, in der Ruhe die Kraft zu finden 😉 Also ruhig zu bleiben, auch wenn um einen herum der Sturm tobt. Das Spiel ist ab 8 Jahren, aber auch unser 6 jähriger kommt damit schon gut klar. Das Spielprinzip finden wir total genial – alle spielen gleichzeitig, niemandem ist langweilig, dazu ein irrer Zeitdruck, den wir aber mittlerweile nur noch als Herausforderung sehen. Es wird geschrien, geworfen, gelacht, gewischt, gedreht – und am Schluss sind wir alle stolz, auch diesen Dungeon erfolgreich gemeistert zu haben! 🙂 Wir haben selten so ein geniales Spiel gespielt!

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  • Auf der Empfehlungsliste "Spiel des Jahres" 2018
  • Ausgezeichnet mit dem "Spiele-Hit mit Freunden 2018"
  • Besiegen die Helden den Dungeon gegen die Zeit?
  • Originell, hektisch und Spaß versprechend
  • Erhältich: Die Erweiterung für bis zu 6 Spieler: 5-Minute Dungeon - Der Fluch des Overlords. Artikel-Nummer 691264

Letzte Aktualisierung am 6.07.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Tempo, kleine Fische

Dieses Spiel ist etwas für jüngere Kinder. Ravensburger gibt eine Altersspanne von 3-7 Jahren an. Ich gebe aber zu, dass auch ich manchmal Lust habe, es zu spielen – obwohl es wirklich sehr simpel ist und ein reines Glücksspiel. Wenn unser Jüngster fragt, ob ich es mit ihm spiele, habe ich noch nie Nein gesagt 😉 Da es KIKI genauso geht, sollte man auf der Packung vielleicht schreiben: von 3-7 Jahren und dann wieder ab 30 Jahren 😉 Wobei ich auch dazu sagen muss, dass bei uns nach 2-3 Runden meist keiner mehr Lust auf einer weitere hat (weder wir noch die Kinder). Mit kleineren Kindern dauert eine Runde vielleicht 5-7 Minuten.

Das Spielprinzip ist einfach: man baut mit Pappplättchen einen Fluss auf. Auf dem Plättchen in der Mitte liegen 4 Fische, jeder in einer anderen Farbe (rosa, gelb, blau, orange). Am Anfang des Flusses ist ein Ruderboot mit einem roten und einem grünen Fischer. Und am Ende des Flusses wartet das rettende Meer auf die 4 Fische.

Zunächst entscheiden die Spieler, ob sie für die Fische oder die Fischer sind. Und dann wird mit einem Würfel gewürfelt, der aus 6 unterschiedlich farbigen Seiten besteht. Immer wenn ein Spieler die Farbe eines Fisches würfelt, darf der entsprechende Fisch ein Fluss-Plättchen näher zum Meer schwimmen. Wird dagegen die Farbe eines Fischers gewürfelt, darf das Ruderboot ein Plättchen näher zum Meer – und damit auch näher zu den Fischen paddeln. Kommt das Boot dabei auf ein Plättchen mit einem oder mehreren Fischen, dann sind diese gefangen. Werden im Laufe des Spiels mehr als 2 gefangen, haben die Fischer gewonnen, schaffen es mehr als 2 Fische, vor dem Boot das rettende Meer zu erreichen, haben die Fische gewonnen.

Wir spielen immer die „vegetarische Variante“ – sind also pro Fische 😉 Wenn ich das richtig verstanden habe, kann man auch gegeneinander spielen: ein Spieler (oder Team) kann für die Fische würfeln, einer für die Fischer. Auch wenn die Packung sagt „für 2-6 Spieler“, kann man das Spiel m.E. auch gut alleine spielen.

Fazit: das Spiel hat seltsamerweise eine gewisse Faszination auch auf uns Erwachsene, auch wenn das Spielprinzip supersimpel ist und das Schicksal der Fische wirklich nur in der Hand des Würfels liegt. Irgendwie macht es aber trotzdem ziemlich Spaß und wir fiebern zusammen mit unseren Kindern und den Fischen mit, wenn das Ruderboot näher und näher kommt 😉 Unsere Kinder haben es gerne gespielt – unser Jüngster (6) tut es immer noch gerne. Ältere Kinder werden es vermutlich schnell langweilig finden. Eine nette Idee, schön aufgemacht und flexibel spielbar! Durch die kurze Spieldauer auch gut für mal eben Zwischendurch oder zur Überbrückung von Wartezeiten geeignet, z.B. im Restaurant beim Warten auf das Essen 😉

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  • Tempo, kleine Fische Brettspiel von Ravensburger - 233342/ Das aufregende Mitbringspiel für Kinder / Farbwürfelspiel zum Lernen
  • Alle Fische aufgepasst: Das Fischerboot ist unterwegs! Schwimmt ins offene Meer, bevor Ihr erwischt werdet! Wer schafft es als erstes, davon zu schwimmen?
  • Ein Wettlaufspiel für kleine Schwimmprofis mit Würfelglück: Denn nur, wer die richtige Farbe würfelt, darf vorwärts ziehen! Es bleibt spannend, denn das Fischerboot ist schnell
  • Kleines Brettspiel zum Mitnehmen: 10-15 minütiger Spielspaß für Wettschwimmer im Alter von 3-7 Jahren, es können bis zu 6 Personen mitspielen und das Farbverständnis wird gefördert
  • Ein Klassiker, den viele Kindern mögen - das Highlight auf jeder Kinderparty und auch ideal als Geschenk zu Weihnachten oder zu Geburtstagen

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Space Escape – SOS Schlangenalarm

Als ich klein war, hatten wir daheim so ein Leiterspiel. Die Spieler mussten versuchen, ihre Spielfiguren von der untersten Etage in die oberste zu würfeln. Dabei gab es Abkürzungen (z.B. Leitern) nach oben – aber auch fiese Rutschen o.ä., die einen wieder ein Stück nach unten beförderten. Space Escape ist im Grunde auch ein solches Leiterspiel – aber ein ganz raffiniertes. Und man spielt nicht gegeneinander, sondern im Team.

2- 4 Spieler ab 7 Jahren steuern je ein Nagetier der Rasse „Nacktmulle“. Ziel ist es, alle Nacktmulle vom äußersten Ring des Spielfeldes (unterste Etage einer Raumstation) in den innersten Ring (oberste Etage) zu bringen – zur rettenden Raumkapsel. Und zwar ohne auf dem Weg einem der immer mehr werdenden Schlangen-Eindringlinge zu begegnen. Um die Aufgabe noch etwas kniffeliger zu machen, müssen die Spieler auf dem Weg zur Rettungskapsel noch 4 Gegenstände aufsammeln. Wenn alle Nacktmulle samt der 4 Gegenstände in der Rettungskapsel angelangt sind, hat das Team gewonnen! Wird einer der Spieler zweimal von einer Schlange berührt oder rutscht ein Spieler versehentlich ins All, ist das Spiel für das gesamte Team zu Ende. Das Spiel ist auch zu Ende, wenn es keine Karten mehr zum Ziehen gibt – getrödelt werden darf also nicht 😉

Wie viele Felder ein (oder alle) Spieler in s(einem) Zug ziehen darf, entscheiden zufällig gezogenen Karten. Auf denen ist auch vermerkt, welche der Schlangen sich wie viele Felder weiterbewegen können und ob neue Schlangen in die Raumstation eindringen. Die Spieler müssen gemeinsam entscheiden, wer wohin läuft und wie die Schlangen am geschicktesten gezogen werden – und sollten dabei möglichst immer auch die Karten der anderen Spieler im Blick behalten.
Das kann sich dann so anhören: „Also ich würde jetzt 2 Felder nach links laufen, dann kann ich die Leiter hoch in die nächste Etage. Dann lässt Du mit Deiner Karte Spieler 3 einen Schritt nach rechts laufen – denn der hat ja eine 2er-Karte und kann dann damit in seinem Zug die nächste Leiter nach oben erreichen. Spieler 4 rutscht anschließend das Rohr runter, um das Klebeband zu bekommen. Dann haben wir alle Gegenstände.“. „Halt, aber im nächsten Zug von Spieler 2 bewegt sich auch die braune Schlange 2 Schritte weiter – die würde dann über die Leiter auch eine Etage nach oben kommen. Dann könnte Spieler 3 nur noch nach links laufen…“. Alles klar? 😉

Durch die zufällig gezogenen Karten ist ein gewisses Zufallselement im Spiel. So richtig unfair fanden wir bislang aber keine Partie. Die ersten paar Partien waren wir zwar ein wenig frustriert, weil entweder einer von uns von den Schlangen erwischt wurde oder wir die Rettungskapsel nicht erreichen konnten, bevor der Kartenstapel zu Ende war. Dann aber hatten wir den Dreh raus und das Glück auf unserer Seite – und hatten immer wieder gemeinsame Erfolgserlebnisse!

Originell: Wenn das Team dreimal gegen die Schlangen gewonnen hat, darf ein geheimer Umschlag geöffnet werden. Der enthält eine kleine Spielerweiterung, um die nächsten Runden etwas schwerer für die Spieler zu machen 😉

Fazit: Ein tolles Spiel mit schöner „spaciger“ Atmosphäre, das uns immer wieder großen Spaß macht – und pro Runde nicht länger als 30 Minuten dauert. Durch das Zufallselement ist kein Spiel wie das vorherige. Die ganze Familie fiebert mit und beratschlagt, wie man sich die lästigen Schlangen vom Leib halten oder am besten ganz ins All befördern kann – und wie das ganze Team rechtzeitig in die Rettungskapsel kommt. Hier muss man auch mal zu Gunsten eines anderen Spielers zurückstecken, obwohl man selbst natürlich auch gerne schnell in die Rettungskapsel kommen möchte. Wer das übrigens geschafft hat, ist trotzdem weiter im Spiel und zieht weiter Karten – und entscheidet dann jeweils, welchem seiner Mitspieler er seine Bewegungspunkte geben möchte.
Jetzt habe ich mir so den Mund wässrig geschrieben, dass ich mal fragen gehe, ob jemand Lust hat, mit mir eine Runde Space Escape zu spielen 😉

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GAMEFACTORY 646216 Familienspiel, Mehrfarbig
10 Bewertungen
GAMEFACTORY 646216 Familienspiel, Mehrfarbig
  • Galaktisches Kooperationsspiel
  • Spieler: 2-4
  • Dauer: ca. 20 Minuten
  • Empfohlenes Alter: ab 7 Jahre

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The Inner World

Ende der 80er hat es bei mir damit angefangen: ich durfte auf meinem ersten Computer die Welt der damals noch ganz neuen Grafik-Adventure kennenlernen. Das sind Spiele, bei denen man in die Rolle eines Helden schlüpft, um ein Abenteuer, bestehend aus vielen einzelnen Rätseln, zu lösen. Also kein Geballere, keine Action – sondern Nachdenken & Kombinieren. Anfangs mag man ein solches Adventure noch alleine spielen – bis jemand vorbei kommt und kurz schaut, was man denn da gerade spielt. 15 Minuten später sitzt man dann zu zweit vor dem Bildschirm und überlegt gemeinsam, wie man dieses kniffelige Rätsel lösen kann. Weil man so ein Adventure nicht an einem Tag durchspielen kann, startet man am nächsten Tag gleich zu zweit – oder zu dritt, weil sich so langsam bei allen Familienmitgliedern herumgesprochen hat, wie fesselnd so ein Adventure ist 😉 Wird man dann älter, steckt man noch seine Freundin mit dem Adventurefieber an. Und wenn man dann Kinder hat, können Christian und KIKI den Tag nicht erwarten, an dem die Kleinen endlich alt genug sind, um es verantworten zu können, sie guten Gewissens mitspielen zu lassen. In der Hoffnung, sie mögen die Begeisterung für diese Art von Spielen teilen… 😉

Meine Hoffnung wurde erfüllt, nachdem wir unserem Großen zum Geburtstag ganz uneigennützig sein erstes Computer-Adventure geschenkt haben (die Zeit war günstig: er wollte unbedingt mal ein Computerspiel spielen): The Inner World 😉 Ich habe lange recherchiert, um eines zu finden, das auch für Kinder empfohlen wurde. Nicht zu kniffelig und mit einer Story, die kindertauglich ist. Bei The Inner World steuern wir den niedlichen „Helden“ Robert und entdecken im Laufe mehrerer Spielabende (wir spielen je so ca. 1 Stunde) sein Geheimnis und das der knuffeligen und etwas skurrilen Welt Inner World. Wir arbeiten uns gemeinsam Rätsel für Rätsel voran, jeder bringt seine Ideen ein – und wenn wir mal nicht weiterkommen, lassen wir uns von der Spielhilfe einen Tipp geben. Zwar haben wir festgestellt, dass unsere Kinder (6 und 9) etwas ruhiger waren und wir Eltern aktiver bei der Lösung des Spiels – aber dennoch saßen beide fasziniert und begeistert dabei und haben immer wieder Lösungsvorschläge beigesteuert (und wollten am nächsten Tag unbedingt weiterspielen ;-)).

Damit Du Dir das besser vorstellen kannst, hier eine fiktive aber repräsentative Szene: unser Computerheld braucht eine Angel, um etwas aus einem See zu fischen. Weil er keine hat, muss er sich eine bauen. Am Waldrand liegt ein Stock – den nehmen wir schon einmal. Fehlen noch Schnur und Angelhaken. Eine Schnur scheint es aber nirgendwo zu geben – wohl aber eine Wäscheleine in einem Hinterhof. Um an die heranzukommen, brauchen wir zuvor aber eine Schere oder ein Messer. Und wir wissen auch, dass das Kind auf dem Spielplatz mit einem Stück Draht spielt – den es uns aber nur gibt, wenn wir ihm ein alternatives Spielzeug besorgen. Wir bewegen unsere Computerfigur also (mit der Maus) durch verschiedene Szenarien, finden dabei unterschiedliche Gegenstände, kombinieren diese miteinander oder mit anderen Dingen auf dem Bildschirm – und sprechen auch mit den verschiedensten Menschen, Tieren und Fantasiefiguren. Steuern kann natürlich immer nur einer, aber man kann sich dabei natürlich abwechseln.

So oder ähnlich „arbeitet“ man sich also 10 oder mehr Stunden vor – von der ersten bis zur finalen Spielszene. Im Falle von The Inner World in einer atmosphärische Fantasywelt. Anders als bei den 80er-Spielen kann der Held des Spieles sich nicht verrennen oder zu Tode kommen – also kein Frust, weil man das Spiel zum xten Mal von vorne beginnen muss. Sondern eine schöne Geschichte an vielen Stellen mit Humor gespickt, der in diesem Fall zu 99 % kindertauglich war (die verbleibenden 1 % haben sie nicht verstanden ;-)).

Fazit: ich liebe solche Adventure, wie Dir vermutlich nicht entgangen ist 😉 Und mittlerweile tut das die ganze Familie. Wir versuchen es mit der Computerei nicht zu übertreiben, aber hin und wieder über ein oder zwei Wochen gemeinsam so ein Adventure zu lösen, das ist für uns in Ordnung und macht großen Spaß (vor allem an dunklen Winterabenden). So großen, dass bereits The Inner World 2 bei uns darauf wartet, gespielt zu werden 😉

Hinweis: Ich war mir nicht ganz sicher, ob das Spiel bei Amazon eine Versandversion mit DVD oder eine Downloadversion ist. Daher habe ich das Spiel sicherheitshalber gebraucht gekauft – sollte ja ein Geschenk zum Anfassen sein. Auch wenn ich mich damit nicht auskenne: The Inner World 1 bzw. 2 gibt es wohl auch für 6 € bzw. 25 € zum Download auf Steam:
https://store.steampowered.com/app/251430/The_Inner_World/ bzw.
https://store.steampowered.com/app/613470/The_Inner_World__The_Last_Wind_Monk/

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The Inner World
5 Bewertungen
The Inner World
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 6 Jahren

Letzte Aktualisierung am 6.07.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API