Alle Jahre wieder: Geschenke-Invasion & Weihnachtsstress. Bei uns nicht mehr 😉

Kennst Du das: die vermeintlich besinnliche Vorweihnachtszeit ist eher anstrengend und hektisch, Du bist getrieben von Notwendigkeiten: Geschenkekauf, Weihnachtsfeiern, Plätzchen-Backen etc. Ruck-zuck ist diese an sich schöne Zeit vorbei. Und am 25. stehst Du dann erschöpft vor einem Berg neuer Familien-Besitztümer. Wir machen’s anders 😉

Die Geschenke unterm Weihnachtsbaum

Mit Geschenken tun wir uns sehr schwer. Im Grunde brauchen unsere Kinder kaum Spielzeug. Je weniger Spielzeug, desto kreativer sind sie. Da wird aus Pappe eine Pizza, ein Schwert, ein Telefon. Auch Küchenutensilien werden gerne zweckentfremdend. Und Tücher und Decken sind der Knaller: zum Verkleiden, zum Lager bauen uvm.

Interessanterweise haben unsere Kinder von sich aus keine (Konsum-) Wünsche. Und wenn wir sie aktiv fragen, was sie gerne hätten, ist der Wunschzettel immer ziemlich leer.

Warum also sollte der Weihnachtsmann unseren Kindern dann überhaupt etwas zu Weihnachten schenken? Wegen des Weihnachtszaubers! Gegen den können und wollen wir uns nicht wehren. Die Vorweihnachtszeit ist so schön, erst das Warten auf Heiligabend, dann auf den Weihnachtsmann, die vielen aufgeregten Fragen. Und schließlich ist es endlich soweit: der Tannenduft, Kerzen, leuchtende Kinderaugen – und Geschenke.

Aber die Geschenkeauswahl ist dennoch jedes Jahr ein bisschen quälend: Kinderpost? Nö, können wir doch selbst aus Pappe bauen. Eine Kasse? Nö, die kann ich aus Lego bauen. Ein Legoauto? Wozu noch eines? Die Kinder brauchen nichts, vermissen nichts. Wir auch nicht.

Trotzdem suchen wir Jahr um Jahr wieder ein paar Geschenkeideen aus, die wir dann dem Weihnachtsmann vorschlagen. Nachhaltig müssen sie sein, möglichst aus Holz – und wertig. So dass sie nach ein paar Jahren nicht auf dem Müll landen, sondern weiterverkauft oder verschenkt werden können.

Und: unter unserem sehr speziellen Weihnachtsbaum (dazu kommen wir gleich noch) liegen meist nur 3 Geschenke für die Kinder – für jeden eines und noch eines für beide zusammen.
Wir Erwachsenen schenken uns nichts – denn meist sind auch wir komplett wunschfrei. Aber der Weihnachtsmann bringt uns meist trotzdem was, ein Buch, einen Tee oder ein Küchenutentsil. Ich könnte fast wetten, dass dieses Jahr eine Knoblauchpresse unterm Baum liegen wird 😉

Aber es geht ja noch weiter: die Großeltern möchten auch was schenken zu Weihnachten. Das möchten wir ihnen auch nicht nehmen. Aber leicht machen wir es ihnen nicht, mit unseren hohen Ansprüchen. Oft suchen wir die Geschenke aus, ob Oma & Opa das Schenken dann noch Spaß macht?

Was aber richtig, richtig genial ist: die Großeltern bauen immer öfter die Geschenke selbst! Z.B. die Kinderküche aus Holz, die große Verkehrsschranke für draußen oder das Indianerkostüm!

Dennoch: wir möchten möglichst wenig Besitz, wollen abrüsten und nicht aufrüsten. Und durch die permanente möglichst ökologische und ökonomische Besitzabrüstung wissen wir ganz genau, wie aufwändig das ist. Das möchten wir von vornherein vermeiden, so weit es geht. Auf diese Weise sparen wir viel Zeit – und auch viel Geld.

Der Adventskalender

Wenn’s schon zu Weihnachten Geschenke gibt – und zu den Geburtstagen, dann bitte nicht noch mehr im Adventskalender. Und bitte auch keine Süßigkeiten – die sind zwar mal ok, aber nicht inflationär jeden Tag. Ein Kaufkalender kommt also nicht in Frage – schon allein wegen dem ganzen Plastikzeug nicht.

Also bastelt Kiki jedes Jahr einen Adventskalender – und packt jeden Tag ein Zettelchen hinein. Und jeden morgen freuen sich die Kinder auf die Zettelchen, die immer eine kleine Überraschung versprechen: Heute Nachtmittag gibt’s Kinderpunsch, heute holt Papa die Eisenbahn vom Dachboden, nachher gehen wir auf den Weihnachtsmarkt – und auch mal was größeres: heute gehen wir zum Inder essen.

Außerdem gibt’s jeden Tag einen selbstgemachten Stern zum Aufkleben auf die Glastür des Schranks, auf dem unsere Weihnachtskrippe steht. Plus eine Krippenfigur, so dass am 24.12. alle Figuren in der Krippe stehen 😉

Der Nikolaus-Tag

Hat bei den Kindern einen ähnlichen Zauber wie Weihnachten. Da heißt es früh ins Bett gehen auch für die Eltern, weil eines der Kinder sicher schon aufgeregt um 6 wach wird und nach dem Stiefel schauen möchte 😉

Sachgeschenke findet man darin bei uns kaum, nur Verbrauchsgegenstände wie Kerzen oder Räucherstäbchen. Aber auch eine Tafel Rohkost-Schokolade, Nüsse, Mandarinen & Co. Der Nikolaus kennt uns eben mittlerweile schon ziemlich gut. 😉

Unser ganz spezieller Weihnachtsbaum

Uns halten ja schon einige Menschen für bekloppt, weil wir vegan sind. Aus Tierliebe und aus Gesundheitsgründen. Wenn die wüssten, dass wir es auch nicht mehr fertig bringen, einen echten Tannenbaum zu kaufen. Für uns ist das einfach wahnsinnig: Millionen von Bäumen werden jährlich gepflanzt und gefällt – um 2 Wochen im Wohnzimmer zu stehen. Danach wird alles wieder „entsorgt“.

Daher gibt’s seit letztem Jahr einen etwas speziellen Weihnachtsbaum in unserem Wohnzimmer. Geziert mit Tannenzweigen, die wir im Wald gesammelt haben. Von Bäumen, die von ganz allein umgekippt sind. Ethisch korrekter geht’s nicht 😉 Und günstiger auch nicht.

Natürlich gibt’s auch keinen klassischen Adventskranz mit Draht & Co – sondern Eigenkreationen mit gesammelten Tannengrün. Geht ganz fix und kostet nix 😉

Termine, Stress & Co

Wir haben dieses Jahr unsere Arbeitszeit stark zurückgefahren, um die Adventszeit endlich mal wirklich besinnlich zu genießen und viele gemeinsame Ausflüge zu unternehmen. Termine haben wir so gut wie keine, auch die ganzen Weihnachtsfeiern bleiben uns erspart, weil wir weder Kindergarten, Arbeitgeber noch Vereinszugehörigkeiten haben.

Ansonsten entscheiden wir uns jeden Tag ganz bewusst, was wir unternehmen möchten. Wir haben die Weihnachtszeit unter Kontrolle – und nicht mehr umgekehrt.

Und vielleicht schaffen wir es ja auch dieses Jahr ganz weg von diesem Blödsinn zu kommen, immer noch alles im alten Jahr erledigen zu wollen – als ob es kein nächstes gäbe 😉

Das große Finale: Heiligabend

Bei vielen Menschen sieht der 24. in etwa so aus: Einkaufen, Baum schmücken, Wohnzimmer vorbereiten, Weihnachtsmahl vorbereiten uvm. Sollte dieser Tag nicht besonders ruhig und besinnlich sein?

Wir machen es mittlerweile so, dass wir den Baum schon am Vortag schmücken – mit den Kindern. Ein wahnsinniges Chaos, zwei total aufgeregte Kinder, ein eigenwillig geschmückter Baum – aber trotzdem irgendwie schön 😉

Am 24. selbst machen wir alles gemeinsam. Auch das Warten am Nachmittag 😉

Ich gebe zu: auch ich habe noch im Blut, dass die Wohnung sauber sein muss an Heiligabend. Aber warum? Erstens ist der Weihnachtsmann ein Mann (das gilt nach meinem Verständnis auch für das Christkind, wenn das bei Euch kommt). Und Männer juckt es meist nicht so, ob die Wohnung nun mehr oder weniger sauber ist. Und wenn Du Dir da unsicher bist, dann reicht es doch eigentlich das Wohnzimmer zu putzen. Bei uns zumindest war er noch nie in der Küche und Pipi scheint er auch unterwegs im Freien zu machen. Zweitens hat er ohnehin nicht die Zeit zu prüfen, ob die Wohnungen sauber sind oder nicht, schließlich hat er an diesem Abend unheimlich viel zu tun. Und drittens ist es abends so festlich dunkel, dass man das ohnehin nicht gut prüfen könnte. Auch Du selbst wirst weder Staub noch Flecken sehen 😉

Und das Essen? Das halten wir bewusst simpel, es muss ja nicht zwingend ein aufwändiges 3-Gänge-Menü sein. Reis mit Tomatensauce schmeckt den Kindern meist ohnehin besser. Dazu vielleicht noch ein Punsch oder einen simplen (Reismilch)-Kaba und ein paar Weihnachtsplätzchen zum Nachtisch?

Und danach?

Stehen wir relativ entspannt und mit gutem Gefühl vor einem nur recht kleinen Berg neuer Besitztümer (unter einem falschen Weihnachtsbaum). Und können sagen: das war wirklich eine schöne, besinnliche Advents- und Weihnachtszeit 🙂

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Und wie sieht Dein Weihnachten aus?

Jetzt freue ich mich natürlich wieder auf Dich: wie macht Ihr das bei Euch? Geschenke, Weihnachtsessen, Weihnachtsbaum, Nikolaus, Adventskalender etc.?
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