Unten ohne: Warum es so geil ist, den Boden unter den nackten Füßen zu spüren!

Oh, wie habe ich es vermisst:  Endlich ist es wieder soweit – die warmen Frühlingstage erlauben es uns, wieder barfuß zu laufen. Und das tut so gut!

Ob ich schon immer barfuß gelaufen bin? Mmh, vielleicht als Kind? Wahrscheinlich schon, denn Kinder laufen viel barfuß. Aber dann, bin ich es jahrelang nicht. Ich kam überhaupt nicht darauf! Warum auch? Niemand in meinem damaligen Umfeld machte das. Und auch heute sehe ich kaum Erwachsene, die ohne Schuhe laufen.

Und wer hat mir das Barfuß laufen wieder gezeigt? Mein großer Sohn Tim! Letzten Sommer wollte er  partout keine Schuhe mehr anziehen. Nicht nur bei uns im Garten, sondern überall. Wir ließen ihn und ließen uns von ihm inspirieren. Wir probierten es wieder aus – ob es nicht wehtut, wie es sich anfühlt, wenn der Rasen unter den Füßen kitzelt, wie kalt der Sand wird, wenn man seinen Fuß darin vergräbt, wie heiß der Asphalt an einem heißen Sommertag wird. Entweder läuft man ganz schnell oder man hüpft von einem Schatten zum nächsten, um sich die Füße nicht zu verbrennen. 😉
Beim Herumtoben auf dem Spielplatz ist man mit nackten Füssen viel sicherer – man kann besser Leitern und Rutschen hochklettern und hängt auch besser in den Seilen.

Barfuß zu sein, ist für mich ein wundervolles, neu entdecktes Gefühl: ein Gefühl der Freiheit, ein Gefühl des Verbundenseins mit der Erde, ein geerdet sein. Jetzt spürt man den Boden unter den Füßen, spürt, was einem die Schuhe sonst verwehren.

Barfüßler sind Aussenseiter

Ich beobachte die Leute gerne, die bemerken, wenn wir barfuß laufen. Sie schauen meistens zweimal hin, reißen oft die Augen auf, stupsen ihre Begleitung an und zeigen auf unsere Füße. Oft ist auch ein Kopfschütteln dabei. Ich lächle innerlich. Und wahrscheinlich auch äußerlich 🙂
Wir werden auch angesprochen – vor allem in Bezug auf die Kinder. Bedenken werden geäußert wie: „ist das nicht zu kalt?“ „Pass auf, dass du dich nicht verletzt.“ „Tut das nicht weh?„. Ersteres ist der Klassiker, letzteres hören wir gerne, wenn wir mal über Kies marschieren 😉

Ist barfuß laufen nicht gefährlich?

Möglicherweise sind das die Hauptbedenken all der beschuhten Menschen, die Hauptausrede, es nicht auch mal selbst zu probieren. Na klar kann man sich verletzten. Bei uns gab es bislang Vorfälle mit einer Glasscherbe im Fluss, zwei Bienen und einer Schiebetür im Drogeriemarkt. Die Schiebetür war nicht witzig, zum Glück ist alles gut gegangen – großer Zeh ist immer noch dran.
Interessanterweise sind wir aber so im Sommer achtsamer beim Laufen – wir achten mehr auf den Weg, auf den Untergrund. Und seitdem auch besonders auf Schiebetüren. 😉
Und Tim sammelt jetzt unterwegs alle Glasscherben auf dem Boden auf, die er so findet, damit wir uns nicht nochmal verletzen.

Und ja, es gibt Orte, an denen ich mich auch ekle oder an denen ich es zu gefährlich finde, barfuß zu laufen: öffentliche Toiletten, die Innenstadt, vor den Altglascontainern. Dort ziehen wir dann doch Schuhe an.
Wir Erwachsenen haben uns übrigens mittlerweile Zehenschuhe gegönnt. Für Orte und Situationen, wo nackte Füße ungeschickt sind, z.B. beim Autofahren oder im Restaurant. Das Laufen mit den Zehenschuhen kommt dem Barfuß laufen schon ziemlich nahe. Und wenn Du einmal solche Schuhe anhattest, findest Du die normalen total unbequem 😉

Tut Barfuß laufen nicht weh?

Ja, am Anfang tut das Barfuß laufen manchmal ein bisschen weh, wenn man z.B. übers piekselige Rindenmulch läuft. Auch Kies und große Steine tun weh. Und nicht zu vergessen Dornen. Auwa. Es dauert einige Wochen, bis man sich daran gewöhnt hat, die Haut robuster wird. Aber die meiste Zeit läuft man ja eh nur auf Asphalt und Rasen.

Wenn man als ungeübter Barfußläufer eine längere Strecke zurücklegt, dann bekommt man zudem noch Muskelkater in den Füßen! Da merkt man mal, welche Muskeln die Schuhe sonst lahm legen!

Warum nicht auch im Winter?

Was ich mich Ende des letzten Sommers gefragt habe ist, ob man auch im Winter Barfuß laufen kann. Bei Minusgraden. Im Schnee. Bei Regen. Kann man sicher. Nur wie? Bis weit in den Herbst sind wir barfuß gelaufen, dann haben wir wieder unsere Schuhe bevorzugt. Mir war es einfach zu kalt. Gewöhnt man sich an die Kälte? Im Moment kann ich es mir kaum vorstellen, denn ich friere im Winter ja selbst mit dicken Socken und gefütterten Winterschuhen!

Draußen haben wir es also nicht geschafft, Barfuß zu laufen. Drinnen schon. Lukas wollte keine Socken mehr zu Hause anziehen – so oft ich sie ihm anzog, so oft hat er sie sich auch wieder ausgezogen. Er lief den ganzen Winter bei uns zu Hause barfuß. Wir haben Fliesen im gesamten Erdgeschoß und da ich einschätzen wollte, ob es wirklich nicht zu kalt ist, tat ich es ihm gleich. Tim übrigens auch 🙂 Christian schaffte es oft nicht, weil er tagsüber lange Zeit „bewegungslos“ am PC sitzt. Solange man sich aber bewegt, ist es kein Problem.

Ist barfuß laufen ansteckend?

Ja, zumindest bei den anderen Kindern. Sehen sie, dass unsere Kinder keine Schuhe anhaben, dauert es keine 2 Minuten, bis auch sie ihre Schuhe ausziehen – sehr oft zum Entsetzen ihrer Eltern.

Leider ist es bei uns Erwachsenen nicht sehr ansteckend. Ach ich fände es so schön, wenn auch andere Eltern es ihren Kindern gleichtun könnten.  Denn in vielen Dingen sind die Kinder die besten Lehrmeister.

Lieber Tim, ich danke dir von Herzen, dass du mir gezeigt hast, wie Barfuß laufen geht. Ich bin schon gespannt darauf, was du mir als nächstes zeigst.

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Du bist gefragt!

Läuft von Euch da draußen jemand auch im Winter barfuß? Wenn ja, wie schafft man das? Wie sind sonst eure Erfahrungen mit dem barfuß laufen? Ich freue mich auf Eure Kommentare!
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