Wie kannst Du Karies & Co verhindern?

Keine Lust mehr auf Bohren & Füllen?

Hast Du auch immer mal wieder ein „Loch im Zahn“? Oder Deine Kinder? Und Du fragst Dich, wie Du künftig verhindern kannst, beim Zahnarzt zu landen mit der Prozedur „Bohren und Füllen“? Dann kann Dir dieser Artikel vielleicht helfen. Ich möchte nicht behaupten, DIE Lösung gegen Karies & Co gefunden zu haben – aber zumindest einen Weg in eine andere, für uns „richtigere“ Richtung.

So haben wir’s gelernt

So haben wir das von Kind auf gelernt: wenn wir viel Süßigkeiten essen, bekommen wir Karies. Wenn wir aber 3 x täglich ordentlich unsere Beißerchen putzen, können wir das verhindern. Ob wir das ordentlich genug machen, entscheidet einmal im Jahr unser Zahnarzt. Waren wir nachlässig, dann lautet die Diagnose Karies. Was dann zu tun ist, ist sonnenklar: bohren und füllen.

Das ist fest in unseren Gehirnen eingebrannt, es gibt keinen Grund daran zu zweifeln und die Empfehlungen unseres Zahnarztes in Frage zu stellen.

Noch schlafen die Zweifel

Ich war da keine Ausnahme: fast jährlich eine neue Füllung, schön mit örtlicher Betäubung, damit’s nicht weh tut. So wurde der Plastikanteil in meinem Mund zunehmend höher. Daneben waren meine Zähne auch noch leicht instabil. Einmal war es ein Gummibärchen, ein anderes Mal ein Brötchen – und ein Zahn brach einfach so ab. Viele Jahre ergab ich mich meinem scheinbar unvermeidbaren Schicksal.

Alternativen zum Bohren & Füllen? Mein großer Zahnarzt-Test

So langsam bekam ich Angst: wie viele Füllung verträgt so ein Gebiss, bevor es richtig instabil wird? Bevor einzelne Zähne gegen Implantate ersetzt werden müssen?

Also bat ich meinen Zahnarzt um Rat. Der da war: nachts eine Aufbiss-Schiene tragen, wöchentlich fluoridieren, noch besser putzen. Brachte aber nichts. Außer noch mehr Plastik im Mund und die wöchentliche Einnahme eines Mittels, dass man auf keinen Fall schlucken darf lt. Packungsbeilage. Weil es so giftig ist.

Ich wurde mutiger und probierte einen anderen, naturheilkundlichen Zahnarzt aus. Seine äußerst einfühlsame Diagnose: mein Gebiss wird nicht mehr lange halten. Außerdem bin ich total übersäuert. Dazu mehrfach Karies und eine Wurzelbehandlung, um einen angeblich verfaulten Zahn zu retten. Draußen gibt’s den Kostenvoranschlag.

Nächster Versuch – diesmal suche ich mein Heil bei einem Hightech-Zahnarzt, der lt. Website Alternativen zum Bohren hat. Vor Ort hat er diese aber seltsamerweise nicht, dafür tanzen er und zwei Zahnarzthelferinnen mit PC und Spiegelreflexkamera um mich herum. Der Arzt (übrigens ein Implantat-Spezialist) verkündet gut gelaunt: vierfach Karies, der angeblich verfaulte Zahn ist nicht mehr zu retten – ein Implantat muss her. Wir können aber dennoch vorher eine Wurzelbehandlungsversuch versuchen.

Letzter Versuch: ein weiterer naturheilkundlicher Zahnarzt. Davon ist zunächst wenig zu spüren, denn es gibt standardmäßig ein Rundum-Röntgenbild. Etwas verwundert liest der Arzt dann, dass ich gerne naturheilkundlich behandelt werden möchte. Er stellt sich darauf ein, ist vorsichtig mit seinen Formulierungen, verschreibt mir Globuli, eine neue Aufbiss-Schiene und Massagen – um die Ursachen der Kieferverspannungen zu beheben. Ich bin fast schon begeistert. Dann brauche ich die Aufbiss-Schiene ja vielleicht nur vorübergehend. Karies erkennt er auch, was den verfaulten Zahn betrifft hält er sich bedeckt.

Letztlich lande ich wieder bei meinem alten Zahnarzt. Der findet nur einmal Karies, der verfaulte Zahn ist nicht verfault. Das klingt doch noch am sympathischsten. Ich beschließe, den Karies erst einmal nur zu beobachten, der Zahnarzt spielt mit.

Fazit: Jeder sagt was Anderes

Mein Zahnarzt-Test hat mich aufgeweckt: jeder stellt andere Diagnosen, obwohl alle die gleiche Ausbildung haben. Ich nehme mal an, dass jeder von ihnen gelernt hat zu sehen, ob ein Zahn Karies hat oder nicht und ob er verfault ist oder nicht. Wenn die Diagnosen dann so unterschiedlich ausfallen, wage ich zu behaupten, dass es etwas mit den Mitgliedschaftsbeiträgen des Golfclubs zu tun haben könnte. Oder mit den Praxis-Fixkosten. Oder kann es vielleicht sein, dass Karies manchmal auch einfach vom Körper selbst wieder „geheilt“ wird?

Auch interessant: Nur einer hatte die Idee, mal an die Ursachen der instabilen Zähne zu gehen (mit den Massagen). Alle anderen bohren, füllen, behandeln Wurzeln oder ersetzen Zähne. Auf die Frage, warum denn überhaupt ständig Karies entsteht und wie ich das verhindern kann, reagierten sie allesamt mit Hilflosigkeit oder Lustlosigkeit.

Zahnarztlügen…

Letzte Aktualisierung am 15.07.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

… lautet der Titel eines Buchs, das mir im Laufe meines Zahnarzt-Tests in die Hände fiel. Hierin kommen die Zahnärzte nicht gut weg. So ziemlich alles, was wir aus der Zahnarzt-Praxis kennen, wird zerrissen. Ok, mein Vertrauen zu den Zahnärzten hat auch stark gelitten, aber das ist selbst mir ein wenig zu krass.

Dennoch: das Buch hat mich zum Nachdenken angeregt. Es gibt Mut, die Dinge in Frage zu stellen. Muss man Weisheitszähne wirklich ziehen? Bewirkt die Zahnspange in der Kindheit wirklich nur Gutes? Muss Zahnseide wirklich sein? Wie sinnvoll und gefährlich ist eine Wurzelbehandlung?

So haben wir mittlerweile ein gesundes Selbstvertrauen in Sachen Zahngesundheit aufgebaut: wir wissen, dass wir selbst verantwortlich sind für gesunde Zähne. Die Erfahrung hat gezeigt, dass in Sachen Prävention und auch Problemlösung von Zahnärzten mit wenig uneigennützigen und innovativen Ratschlägen zu rechnen ist.
D.h. nicht, dass wir nicht mehr zum Zahnarzt gehen. Das werden wir weiterhin machen, wenn nötig – und sei es nur, um seine Meinung oder Diagnose zu hören. Aber eine Behandlung ist für uns immer die letzte Möglichkeit – nachdem wir uns ausgiebig damit auseinandergesetzt haben. Also: kein blinder Zahnarztgehorsam mehr, sondern Bildung einer eigenen Meinung.

Unsere Lösung für eine guten Zahngesundheit

Bei allen meinen Recherchen lag der Schlüssel zum Erfolg in der „richtigen“ Ernährung. So haben wir in den letzten 2 bis 3 Jahren unsere Ernährung stark geändert. Anfangs kochten wir einfach nur bewusster, mehr Gemüse, mehr Fisch u.ä., folgten mal dem einen, mal dem anderen Ernährungsguru. Mittlerweile haben wir einen Weg gefunden, mit dem wir uns wohl und (zahngesundheitlich gesehen) sicher fühlen. Und seit ca. 2 Jahren habe ich auch keine Probleme mehr mit Karies & Co – und die Kinder sind bis jetzt auch kariesfrei geblieben.

Und so sieht unser Weg aus:

  • Das Frühstück besteht aus frisch gepresstem Saft (Obst, Gemüse, Grünzeug) oder Smoothies und aus Obst – ist also rohköstlich.
    Also weg vom typischen Marmeladenbrötchen mit einer Tasse Kakao…
  • Ansonsten sind wir nahezu vegan (ok, ab und zu gibt’s noch Honig, Käse oder einen Latte).
  • Für sehr wichtig halten wir den Verzicht auf Milchprodukte.
    Die Volksmeinung hält Milch für Knochen und Zähne für elementar, es gibt aber viele Quellen, die genau das Gegenteil behaupten.
  • Damit darf auch die gängige Meinung bezweifelt werden, dass nur Dinge, die in direkten Kontakt mit den Zähnen kommen, schädlich sein können.
    Wenn unsere Zähne vom Körper nicht mit den nötigen Stoffen versorgt werden bzw. sogar Stoffe in andere Bereiche abgezogen werden, werden die Zähne krankheitsanfälliger oder gar instabiler.
  • Wir verzichten fast schon fanatisch auf Zucker (bis auf wenige Ausnahmen).
    Auch das scheint uns nach all den Recherchen elementar zu sein.
  • Zum Trinken gibt’s Wasser & Tee – und erst ab mittags auch mal eine Saftschorle für die Kinder (mit Bio-Saft aus dem Supermarkt und stillem Wasser) oder eine Reismilch.
    Wichtig ist uns: gekauften Saft nur in geringen Mengen. Natürlich ohne Zuckerzusatz, kein Nektar, nur Direktsaft. Gekaufter Saft kam in den meisten recherchierten Quellen nicht gut weg.
  • Außerdem verzichten wir weitgehend auf Weizen – in Nudeln, Brot u.ä.
    Stattdessen setzen wir auf Dinkel, glutenfreie Alternativen oder auch Reis.
  • Generell sind wir sparsamer was die Verwendung von Getreide angeht.
    Inspiriert durch verschiedene Rechercheergebnisse – nicht nur wegen unserer Zahngesundheit. So habe ich z.B. aus meinem morgendlichen Müsli schrittweise einen Obstsalat gemacht.
  • Wir putzen morgens und abends lehrbuchmäßig unsere Zähne.
    Allerdings ohne Zahnpasta, sondern mit Xylit bzw. einem selbstgemachten Zahnpulver.
    Einmal in der Woche kommt zusätzlich Heilerde auf die Zahnbürste – hat eine größere Reinigungswirkung.
  • Ein weiterer Grund für „richtige“ Ernährung: Wenn die Darmflora kaputt ist durch den ganzen Schrott, der jahrlang darin gelandet ist, kann der Darm einzelne (u.a. für die Zähne wichtigen) Nährstoffe nicht mehr in den benötigten Mengen aufnehmen.
    Sinnvoll u.U.: mal eine Darmreinigung zu machen.
  • Last but not least: Ich selbst habe eine viel entspanntere Einstellung zu Job und Leben.
    Weniger Druck, weniger Ärger, weniger Verspannungen, weniger Zähneknirschen.

Aber macht das Leben dann noch Spaß?

Das klingt für Dich wie das enthaltsame Leben eines Mönches in einem Kloster?

Wir haben festgestellt, dass unserer Ernährungsumstellung nicht mit Verzicht verbunden ist. Ok, anfangs ist es schwer, liebgewonnene Gewohnheiten loszulassen und gegen andere zu ersetzen. Aber nach einer Weile wirst Du nichts mehr vermissen. Wenn Du z.B. Kikis alternative Süßigkeiten kennengelernt hast, wie ihre Rohkostschokolade ohne Zucker und Milch 😉

Und keine Angst: Du glaubst nicht, wie schnell Du Dich daran gewöhnen kannst, z.B. den Zucker aus dem Tee zu lassen. Oder statt Cola eine Apfelsaftschorle zu trinken. Oder statt Weizennudeln mehr auf Dinkelnudeln oder Reis zu setzen. Die meisten der „abgeschafften“ Lebensmittel schmecken uns mittlerweile gar nicht mehr, vieles ist uns jetzt viel zu süß.

Und es geht bei allen unseren Tipps ja nicht nur um die Zähne, sondern auch um den Rest Deines Körpers! Du wirst energiegeladener sein, weniger anfällig für Krankheiten uvm.!

Update Mai 2018

Auch 3 Jahre nach Schreiben des Artikels hat sich an unserer Ernährung und dem Zustand unserer Zähne nichts geändert. Außer dass wir mittlerweile komplett auf alle Milchprodukte verzichten – also auch auf Käse oder Latte 😉 Saftschorle gibt’s vielleicht noch 10 mal im Jahr – öfter nicht.

2017 konnten wir unser Wissen über Zahngesundheit noch ein wenig erweitern – in Form unseres >> Interviews mit dem Heilpraktiker Stephan Hollweg.

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Wie seht Ihr das mit der Zahngesundheit? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Ich freue mich über Eure Kommentare!
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