3 Gründe, warum Du zufriedener sein wirst, wenn Du nicht mehr täglich Nachrichten liest/siehst

Ich habe als Jugendlicher gelernt: es ist wichtig, Zeitung zu lesen. Damit ich weiß, was in der Welt passiert. Und mitreden kann. Diese „Weisheit“ hat mich viele Jahre lang subtil belastet. Ich habe nie Tageszeitung gelesen und hatte daher immer das Gefühl, mich anderweitig mit Nachrichten versorgen zu müssen – oder aber etwas zu verpassen.

Inzwischen habe ich mich von dieser Last befreit, obwohl ich jetzt noch seltener Nachrichten konsumiere. Weil ich festgestellt habe, dass ich so reicher an Zeit & Geld bin, ärmer an Stress – und freier im Kopf. Diese Erfahrungen möchte ich gerne in diesem Artikel mit Dir teilen.

Du verringerst Deinen Stresslevel

Weniger negative Nachrichten

Schau Dir doch mal an, was Du täglich in den Nachrichten erfährst. Die Top10-Themen der TV-Nachrichten im Februar 2015 waren z.B.: Ukraine-Krise, Schuldenkrise Griechenland, Kampf gegen IS, Flüchtlinge/Asyl, Hamburger Bürgerschaftswahl, Karneval, Anschläge in Kopenhagen, Masernausbruch/Impfpflicht, Edathy-Affäre, Mordprozess gegen Krankenpfleger (Quelle: de.statista.com)

Von 10 Top-Themen war also eines positiv, eines neutral – und die anderen 8 waren negativ (Krieg, Krisen, Mord, Krankheit, Anschläge, Affären).

In welcher Stimmung bist Du, wenn Du solche Nachrichten konsumierst? Super gelaunt? Besorgt? Nachdenklich? Entsetzt? Empört? Verängstigt? Hilflos? Schockiert?

Beobachte das mal ganz genau. Damit Du weißt, was ich meine, kannst Du einfach mal 15 Sekunden an ein schönes Erlebnis denken – vielleicht an Dein Kind, wie es mit Dir kuschelt. Und dann 15 Sekunden an ein unschönes Ereignis, z.B. indem Du Dir vorstellst, wie Dein Chef Dir plötzlich kündigt. Und Du wirst feststellen, dass allein (selbst fiktive) Gedanken Deine Gefühle beeinflussen. Positiv wie negativ.

Kannst Du Dir vorstellen, wie der tägliche Konsum von überwiegend negativen Nachrichten Deine Gefühle beeinflusst? Summiert, Tag für Tag, Jahr für Jahr?

Extrembeispiel ist eine liebe Verwandte von mir. In Gesprächen mit ihr kommt sie immer wieder auf aktuelle Nachrichtenthemen und ich stelle fest, wie sehr sie das bewegt. Wie viele Sorgen sie sich macht, dass auch unsere Kinder entführt werden könnten. Oder dass sie bald kein Geld mehr hat. Oder dass der Krieg auch zu uns kommt. Sie befindet sich m.E. in einem dauerhaften Sorgen-Zustand.

Auch wenn das bei den meisten Menschen weniger extrem und offensichtlich ist: negative Gefühle erzeugen Stress. Selbst wenn wir das vielleicht nicht unbedingt bewusst wahrnehmen. Und Stress haben wir auch ohne Nachrichten schon genug – in Familie, Job etc. Die Nachrichten sorgen nun dafür, dass wir noch mehr Stress haben, unser Gesamtstresslevel noch höher ist und wir noch weniger Regenerationsphasen haben. Welche Auswirkungen so ein Dauerstress längerfristig auf Körper und Psyche hat, ist vermutlich jedem bekannt.

Generell weniger Nachrichten

Aber nicht nur die überwiegend schlechten Nachrichten erzeugen Stress. Auch die Flut der Nachrichten, denn die zu konsumieren kostet zunehmend mehr Zeit, während der Tag weiterhin nur 24 h hat. Die Medienflut wird immer größer. Tageszeitung oder Nachrichten, Fachzeitschriften für den Job, Magazine für’s Hobby, SMS, Facebook-News von Freunden, die ganzen täglichen E-Mails etc.

Als ich noch eine Wochenzeitung und andere Zeitschriften abonniert hatte, kam ich da oft nicht mehr hinterher. Der Stapel wurde immer größer und ich hatte ständig im Kopf, dass ich doch endlich mal was „weglesen“ müsse. Bevor wieder die nächste Zeitschrift kommt.
Nach jeder Abo-Kündigung ging es mir besser 😉. Und ich habe selbst die Zeitschriften, die mich wirklich interessiert haben, später nie mehr vermisst.

Du sparst viel Zeit & Geld

Hast Du mal überlegt, wie viel Zeit Du sparst, wenn Du auf die tägliche Lektüre der Tageszeitung verzichtest? Oder auf die TV-Nachrichten? Lt. einer Studie betrug die durchschnittliche, tägliche Lesedauer einer Tageszeitung in 2014 21 Minuten. Das sind 127 Stunden im Jahr. Wenn Du das 60 Jahre lang machst, kommen 316 Tage zusammen! Wenn Du stattdessen täglich Nachrichten im TV siehst, wird der Zeitaufwand nicht viel geringer sein. Aber viele machen vielleicht sogar beides?

Hinzu kommt die Lektüre von Zeitschriften, Magazinen, Amtsblätter o.ä. Nicht zu vergessen diese kostenlosen Anzeigenblätter, die dazu noch mit 10-20 Beilagen gefüllt sind. Damit wir auch ja kein gutes Angebot verpassen… 😉 Weil ich das besonders pervers finde: wie lange braucht man wohl, um so ein Anzeigenblatt samt Beilagen durchzublättern? 10 Minuten? 15 Minuten? Wir bekommen hier bei uns 3 dieser Anzeigenblätter pro Woche. Das wäre dann ein Zeitbedarf von mind. 30 Minuten pro Woche, also 26 Stunden pro Jahr. Wenn Du dann mit 80 Jahren auf Dein Leben zurückblickst, kannst Du sagen: ja, ich habe in den letzten 60 Jahren 65 volle Tage Werbung und Promi-News in Anzeigenblättern gelesen 😉 Zeit die ich vielleicht eher spielend mit meinen Kindern/Enkeln hätte verbringen sollen…

Kommen wir zum Geld: Unsere lokale Tageszeitung kostet 32,90 € im Monat, also knapp 400 € im Jahr. Ein Kabelanschluss kostet bei uns 18,90 € im Monat, also 226,80 € im Jahr. Ein Focus-Abo kostet 192,40 € im Jahr. Dazu noch die Abos für TV-Zeitschrift, Fachzeitschriften u.ä. Also ein ganzer Haufen Geld – für überwiegend schlechte Nachrichten…

Vereinfacht zusammengefasst: Wenn Du allein schon Deine Tageszeitung kündigst, hast Du 5 Tage im Jahr mehr Zeit. Die Du z.B. in Form eines kurzen Urlaubs mit Deiner Familien verbringen kannst. Die gesparten 400 € langen auf jeden Fall schon mal für das Hotel. .. 😉

Du bist besser informiert

Besser informiert zu sein, wenn man auf die Nachrichten verzichtet? Lass mich kurz erklären, wie ich das meine:

Buddha riet seinen Ratsuchenden, nichts zu glauben, was irgendwo geschrieben steht oder was irgendein Experte sagtnicht einmal ihm selbst. Er empfahl, sich immer selbst ein Bild über die Wahrheit zu machen.

Ich finde, dieser Rat ist ganz besonders wichtig bei Nachrichten! Überleg mal: von wem kommen die eigentlich? Über wen? Welche wirtschaftlichen, politischen oder persönlichen Interessen verfolgen die Sender, Verlage, Agenturen, Journalisten? Bist Du Dir wirklich sicher, dass renommierte Zeitungen und öffentlich-rechtliche Sender neutral und völlig unbeeinflusst berichten können? Haben die eigene, absolut aufrichtige Journalisten an allen Orten der Welt?

Aber auch wenn Du all das für Dich mit Ja beantwortest: Du wirst trotzdem nie ein allumfassendes Bild der Situation bekommen – immer nur das Bild, dass der Schreiber für relevant und richtig hält. Du wirst also mehr oder weniger seine Meinung, seine Vorurteile übernehmen. Wenn er schreibt: „XYZ ist Schuld am Bankrott von ABC“, dann besteht für Dich in aller Regel daran kein Zweifel, oder? Schließlich ist er ja ein vertrauenswürdiger Journalist, der nur ein Ziel hat: Dich umfassend, sachlich und neutral zu informieren. Oder? 😉

Hast Du Lust auf ein kleines Experiment? Ich habe das vor einiger Zeit mal gemacht:

  • Du weißt sicher, dass in den Medien immer wieder das Impfen propagiert wird. Und die Gefahr von Masern, Vogelgrippe, Schweingrippe & Co – nur als Beispiel.
  • Jetzt nimm Dir mal die Zeit und recherchiere nach alternativen Artikeln zu genau diesen Themen. Und nimm Dir vor, offen an die Sache heranzugehen, den alternativen Autoren eine Chance zu geben. Und sie nicht gleich als Verschwörungstheoretiker o.ä. abzutun. Nur weil die Quellen nicht so prominent und vermeintlich „glaubwürdig“ sind wie RTL & Co.

Dieses Experiment wird Dich vielleicht etwas kritischer, zweifelnder machen. Es soll Dir zeigen, dass in den großen Medien immer nur ein Teil der „Wahrheit“ abgebildet wird. Und dass es oft noch andere „Wahrheiten“ gibt. Die Dir vorher verborgen geblieben sind. So zumindest meine Erfahrung mit dem Experiment.

Klar: diese Art der Informationsbeschaffung ist ziemlich unbequem. Sie ist zeitaufwändig und Du weißt am Ende doch nicht, wem oder was Du glauben sollst. M.E. ist das aber zigfach besser, als einfach blind einer einzigen Quelle zu glauben und zu vertrauen. Das meine ich mit der Überschrift, dass Du so vielleicht besser, weil vielseitiger informiert bist.

Geholfen diese Ansicht zu gewinnen, hat mir auch die Lektüre des Buchs „Gekaufte Journalisten“ von Udo Ulfkotte. Ich habe es vielleicht zur Hälfte gelesen – das hat mir schon gereicht. Und ich weiß: natürlich darf ich auch dem Herrn Ulfkotte nicht alles glauben. Trotzdem hat das Buch bei mir endgültig dafür gesorgt, dass ich grundsätzlich keiner Informationsquelle mehr uneingeschränkt glaube.

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Ja, aber man muss doch trotzdem irgendwie wissen, was in der Welt passiert! Oder?

Was bringt es mir wirklich, immer auf dem neusten Stand des Weltgeschehens zu sein? Was mache ich mit all diesen Informationen? Mit all den vielen Infos zur Ukraine-Krise? Oder zum Flugzeugabsturz? Zu den neusten Anschlägen? Ja selbst mit den Infos zum Karneval? Brauche ich all dieses Wissen in meinem täglichen Leben? Helfen mir diese Infos, um privat oder beruflich bessere Entscheidungen zu treffen? Werde ich ein isolierter Außenseiter, wenn ich künftig zumindest mal etwas nachlässiger mit dem Medienkonsum umgehe? Bin ich dann Anderen gegenüber in einem (Wettbewerbs-)Nachteil?

Es mag sicher Berufe geben, für die gewisse Nachrichten wertvoll sind. Aber ein Großteil der Nachrichten sind dennoch eher wertlos. Unterhaltsam vielleicht, aber ziemlich irrelevant für mein Leben. Ich muss nicht wissen, dass wieder jemand ermordet wurde. Jemand betrogen wurde. Etc. Ich bin mir auch ohne all diese Details darüber bewusst, dass es auf der Welt viel Unglück gibt – ohne mir das jeden Tag haarklein vor Augen führen lassen zu müssen.

Und was ist mit dem Argument, ohne Nachrichtenkonsum nicht mitreden zu können? In meinen Kreisen hatte ich in den letzten 20 Jahren nicht einmal die Situation, unangenehm aufgefallen zu sein mit meinem „mangelhaften“ Nachrichtenwissen. Für Smalltalk kann ich, wenn es unbedingt nötig ist, auch auf andere Themen zurückgreifen. 😉

Und jetzt?

Ich möchte mit diesem Artikel nicht zur kompletten Verweigerung des Nachrichtenkonsums aufrufen. Auch wenn der Titel das vielleicht (etwas provozierend) vermuten lässt 😉 Auch ich lese hin und wieder im Internet die neusten Nachrichten.

Wichtig ist mir, dazu zu inspirieren, kritischer damit umzugehen. Und vielleicht nur noch die Nachrichten zu konsumieren, die man wirklich braucht – für den Job, das Hobby u.ä.

Und so weniger Stress aber mehr Zeit und Geld zum Leben zu haben! 😉

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Du bist gefragt!

Wie machst Du das mit den Nachrichten? Welche Vor- und Nachteile hat Deiner Meinung nach der tägliche Nachrichtenkonsum? Wir sind gespannt auf Dein Feedback und Deine Fragen!
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